So, 22. Oktober 2017

Ausgewandert

20.09.2009 21:45

Salzburger Bäcker liefert Südafrikas bestes Brot

Kürzlich war Markus Färbinger wieder in seiner alten Heimat: Er zeigte beim Brot-Seminar in Rauris, nach welchen Regeln er Brot bäckt – und zwar in Südafrika! Bruder Michael hält in Taxenbach die Stellung, ebenfalls als Bäcker. Karl und Rudi Obauer, seine Cousins, haben Markus Färbinger schon in Südafrika besucht.

Schon als Kind ist er bei Onkel German Färbinger in dessen Bischofshofener Backstube gestanden. Und hat von den Mehlspeisen geschleckt.

Und sein Leben lang ist Markus nicht mehr aus der Backstube gekommen. „Ich war immer ein Zigeuner“, lacht Markus Färbinger. „In den Achtziger Jahren habe ich im ,Le Cirque‘, damals die absolute Top-Adresse in New York, als Chef-Patissier gearbeitet.“

Danach war er Teilhaber der nobelsten amerikanischen Schokoladefirma und acht Jahre Lehrer beim CIA. „Beim ,Culinary Institute of America’“, so der gebürtige Taxenbacher: „Das ist nämlich älter als der Geheimdienst und durfte so diese Abkürzung behalten.“

Nach den Anschlägen vom 11. September hielt ihn nichts mehr in den USA. Gemeinsam mit seiner Freundin Liezie Mulder, einer gebürtigen Südafrikanerin, bereiste er 2002 ihre Heimat. Man landete im Touristenort Knysna, der etwa so groß ist wie Zell, viereinhalb Autostunden von Kapstadt entfernt: „Wir haben noch nicht gewusst, was wir hier machen, aber es war uns klar: Hier bleiben wir.“

Auf einer Insel der Lagune entstand schließlich der erste selbstgebaute Backofen, heute steht hier das Restaurant „Ile de pain“, samt einer feinsten Bäckerei, wie sie auch Michael und Marie Färbinger in Taxenbach haben. „Wir zelebrieren hier Frühstück als Erlebnis“, so Markus, „machen hier vom Roggenbrot bis zum Weißbrot alle Sorten.“ Sein Credo: „Solange Gärung wie möglich (bis zu 26 Stunden) und möglichst wenig Hefe.“

Die Obauer-Brüder aus Werfen, Großcousins der Färbingers, waren schon zu Besuch in Knysna, Rudi junior hat in der Backstube von Knysna mitgearbeitet: „Eine paradiesisch schöne Gegend.“ Noch dazu weitaus sicherer als in den Großstädten. Markus Färbinger weiß: „Angst produziert Gewalt. Nur wer Geld auf dem Rücken anderer verdient, muss sich fürchten.“

Auch Bruder Michael war schon zu Besuch in Südafrika: „Unsere Rezepte sind ja fast die gleichen. Aber ich bleibe lieber in Taxenbach!“

von Wolfgang Weber, "Salzburger Krone"
Symbolbild

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