Sa, 21. April 2018

Vor Garmisch-Abfahrt

26.01.2018 17:31

Reichelt: “Will nicht der schnellste Opa werden!"

Christof Innerhofer hat seine Favoritenrolle vor der Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen auch am zweiten Trainingstag untermauert. Der Südtiroler fuhr am Freitag 0,63 Sekunden vor dem Kärntner Matthias Mayer Bestzeit, Vincent Kriechmayr (+0,74 Sekunden) belegte den vierten Rang. Hannes Reichelt verletzte sich bei seiner Fahrt auf Rang sieben leicht an der Hand und ließ später mit einem launigen Sager aufhorchen …

"Mayer ist auch einen guten Lauf gefahren, aber der Innerhofer ist sicher der Topfavorit", sagte Reichelt, der mit einem Sieg ältester Gewinner der Weltcup-Geschichte wäre. Aber: "Ich will nicht der schnellste Opa werden. Ich bin scharf aufs Gewinnen." Reichelt, der zeitgleich mit den Norwegern Aksel Lund Svindal und Aleksander Aamodt Kilde Siebenter wurde, musste seine linke Hand im Zielraum mit Eis kühlen. "Ich habe mir beim Seilbahnsprung ganz unten die Hand angehaut. Es hat eigentlich gar nicht wehgetan, aber wie ich den Handschuh ausgezogen habe, habe ich gedacht, es wächst mir ein sechster Finger", informierte er."Es ist vielleicht eine Ader geplatzt." Sein Antreten im Rennen sei aber nicht gefährdet.

Vincent Kriechmayr, der sieben Hundertstel hinter dem Dritten Dominik Paris zurückblieb, haben nicht viele auf der Rechnung. "Das letzte Rennen vor Olympia ist schon noch einmal wichtig. Ich möchte die Serie ein bisschen fortsetzen und nach dem vierten Platz in Kitzbühel vielleicht den Sprung auf das Podest schaffen", formulierte der Oberösterreicher sein Ziel. "Vielleicht hätte ich in Kitzbühel größere Chancen gehabt, aber ich fühle mich da auch ganz gut." Und Mayer? "Gute vier Sekunden schneller war ich heute", wusste der Kärntner. "Ich habe ein bisschen was umgestellt von gestern zu heute. Ich habe gleich gemerkt, dass das nicht so funktioniert mit der Abstimmung. Es ist ein ganz feuchter Schnee, so feucht, wie wir es noch nie gehabt haben heuer."

Der 33-jährige Innerhofer, der bereits am Donnerstag Trainingsschnellster gewesen war, meinte: "Ich habe eine Freude beim Skifahren und fühle mich einfach wohl. Warum soll ich heute langsamer fahren, wenn es mich freut, schnell zu fahren?", schickte er eine berechtigte Frage hinterher. "Ich bin heute sicher besser gefahren als gestern. Gestern war noch mehr dabei. Es war schon annähernd an die hundert Prozent." Mayer orakelte, dass Innerhofer sehr sauber fahre und für Samstag wohl noch Reserven habe. Er hingegen eher nicht. "Ich weiß nicht, was der Innerhofer tut. Für mich sind sie nicht aufholbar", verwies er auf seine sechs Zehntel Rückstand gegenüber dem Garmisch-Spezialisten Innerhofer, der 2013 bei der Weltmeisterschaft Gold im Super-G, Silber in der Super-Kombi und Bronze in der Abfahrt geholt hatte.

"Ich habe sicher schöne Gedanken und Gefühle wie auch nicht so schöne. Logischerweise erinnere ich mich an letztes Jahr, wie meine Saison hier vorbei war", erzählte er. 2017 reiste er nach dem ersten Training ab, weil ein Haarriss im Wadenbein zu große Schmerzen verursacht hatte. Den hatte er sich schon bei einem Sturz im Kombi-Super-G in Santa Caterina im Dezember 2016 zugezogen. Die kranken Kjetil Jansrud und Peter Fill verzichteten zwecks Schonung auf das Training. "Er schläft nicht in meinem Zimmer, weil er ist ein bisschen krank, da muss man ein bisschen Abstand halten", verriet Jansruds norwegischer Teamkollege Svindal. Fill habe eine leichte Grippe, berichtete Innerhofer.

Der zweifache Saisonsieger Svindal machte auf der Kandahar-Strecke indes Fortschritte. "Es hat heute schon ein bisschen besser geklappt. Im ersten Training habe ich keinen Rhythmus gefunden", sagte der Norweger, dem ein Garmisch-Abfahrtssieg noch in seiner Trophäenliste fehlt. Sein rechtes Knie fühle sich verhältnismäßig gut an. "Es geht schon. Für morgen sollte es reichen." Steven Nyman, der im vorigen Jahr schwer gestürzt war, konnte nach einem Faller in der letzten Linkskurve aus eigener Kraft aufstehen. "Es ist okay, mein rechtes Knie zwickt zwar ein wenig. Ich weiß nicht, was genau passiert ist. Vielleicht war der Schnee ein bisschen zu weich und zu locker", meinte der US-Amerikaner. "Es war komisch."

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