Fr, 27. April 2018

Kaiserslautern-Trainer

25.01.2018 11:24

Entwarnung bei Jeff Strasser: Kein Herzinfarkt!

Trainer Jeff Strasser vom 1. FC Kaiserslautern hat vor dem Abbruch des Zweitliga-Spiels in Darmstadt nach Angaben seines Klubs keinen Herzinfarkt erlitten! Dies könne nach ersten Untersuchungen des 43-Jährigen im Krankenhaus in Darmstadt ausgeschlossen werden, teilte der abstiegsbedrohte Zweitligist am Donnerstag mit. Im Laufe des Tages würden weitere kardiologische Untersuchungen erfolgen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Vorerst leitet sein Assistent Alexander Bugera das Training bei den „Roten Teufeln“. Ungeachtet dessen bewegt aber die Sorge um die ungewisse Zukunft Strassers den deutschen Profi-Fußball.

"Jeff hatte wohl im Rahmen der ersten Halbzeit ein Druckgefühl auf dem Brustkorb. Das haben wir dann aus Vorsichtsmaßnahmen erstmal abklopfen lassen und haben dann entschieden, dass es besser ist, sich untersuchen zu lassen", erklärte Lauterns Sportdirektor Boris Notzon, der Strasser ins Krankenhaus begleitet hatte, dem TV-Sender Sky. "Es war im Nachgang auch die richtige Entscheidung, das Spiel nicht fortzusetzen." Dem Trainer gehe es den Umständen entsprechend gut. "Das ist so eine Floskel, aber er ist ansprechbar gewesen und alles ist okay. Er hat Symptome, die abgeklärt werden müssen und das passiert gerade", sagte Notzon.

"Jeder Klub hat seine Ärzte jeden Tag da und jeden Tag um sich", sagte Hoffenheims Chefcoach Julian Nagelsmann, der 2015/2016 gemeinsam mit Strasser den Fußballlehrer-Lehrgang in Köln absolviert hatte. "Grundsätzlich denke ich, dass wir als Bundesliga-Trainer gut versorgt sind, was die medizinische Ausstattung angeht. Aber das Beispiel Jeff zeigt, dass immer etwas vorkommen kann." Der Bund Deutscher Fußball Lehrer (BDFL) mahnte die Vereine, nicht nur bei den Spielern auf die Gesundheit zu achten, sondern auch bei den Trainern, die unter großem öffentlichen Druck arbeiten. "Man müsste eigentlich jeden einzelnen Verein fragen, ob er die Untersuchungen, die bei Profis permanent durchgeführt werden, auch bei den Trainern macht", sagte BDFL-Präsident Lutz Hangartner.

Hangartner betonte, dass Gesundheit und Stress nicht erst seit dem Burnout von Ralf Rangnick zu dessen Zeit bei Schalke 04 diskutiert werden: "Das ist nicht nur ein medizinisches Thema, sondern auch ein psychologisches." Er will die Thematik auch bei der Tagung der Bundesliga-Trainer am 18./19. März in Köln anbringen. Unabhängig von den Ursachen für Strassers gesundheitliche Probleme sagte DFB-Chefausbilder Frank Wormuth: "In der Sportpsychologie steht das Thema Stress auf dem Lehrplan. Zum Beispiel die Indikatoren, der Umgang damit. Das geht auch in Richtung Burnout. Diese Themen werden angesprochen, nicht nur im Bezug auf Spieler, sondern auf die Trainer selbst."

Der Luxemburger Strasser hatte im September die Nachfolge von Chefcoach Norbert Meier angetreten und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 unterschrieben. Kaiserslautern steckt in der größten Krise seiner Historie: Dem viermaligen deutschen Meister droht der Absturz in die 3. Liga. Mit nur zwei Siegen und zwölf Punkten stehen die Pfälzer am Tabellenende und traten in den 45 Minuten in Darmstadt sichtlich verunsichert auf.

Wer beim Heimspiel des FCK am Samstag (13 Uhr/Sky) gegen Fortuna Düsseldorf die Mannschaft betreuen werde, steht nach Angaben des Vereins noch nicht fest. Ex-Profi Bugera (39) hat keine Fußballlehrer-Lizenz und bräuchte von der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Ausnahmegenehmigung, um den Abstiegskandidaten zu coachen. Wann das Spiel gegen Darmstadt wiederholt wird, will die DFL "in aller Ruhe" überlegen. "Klar ist, dass die Begegnung über die komplette Spielzeit von 90 Minuten ausgetragen wird, es also keine Fortsetzung des Spiels nur ab der Halbzeit geben wird", teilte die DFL mit. Man verwies dabei auf den Paragraf 14.4. der Spielordnung: "Wird ein Spiel ohne Verschulden beider Mannschaften vorzeitig abgebrochen, so ist es an demselben Ort zu wiederholen."

Der SV Darmstadt 98 bat Tageskarten-Besitzer, die Tickets der Begegnung aufzubewahren und kündigte zeitnahe Informationen an. Der FCK bedankte sich unterdessen via Twitter bei den Fans "für euer großes Verständnis, den großen Zuspruch und die sehr bewegenden Reaktionen heute im Stadion. Vielen Dank auch für die vielen Genesungswünsche, die uns über alle Kanäle erreichen".

krone Sport
krone Sport

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden