Mi, 25. April 2018

Schädlicher Code

23.01.2018 16:53

Bombenwarnung für iOS: Text legt iPhone & Co. lahm

Sogenannte Textbomben nutzen Programmierfehler aus, über die sich Anwendungen oder Betriebssysteme mit einer bestimmten Zeichenfolge zum Absturz bringen lassen. Besonders Apple-Geräte scheinen für diese Art der Manipulation anfällig zu sein. Bereits vor einem Jahr gelangte eine Emoji-Zeichenkombination in Umlauf, die die Nachrichten-App iMessage lahmlegte, und vor ein paar Monaten ließ ein nur vier Sekunden langes Video iOS-Geräte einfrieren. Jetzt macht eine neue Textbombe mit dem Namen chaiOS die Runde, bei der ein Link zum Absturz von iPhone, iPad & Co. führt.

Wird dieser über die Nachrichten-App iMessage verschickt, stürzt das Empfängergerät ab. Und nicht nur das: Auch beim Senden kann es zum Crash der Software kommen, genau wie beim Aufruf des entsprechenden Links in Google Chrome. Selbst ein Neustart hilft in einigen Fällen nicht weiter, denn manche Geräte sind in einer Crash-Schleife gefangen.

Das Problem: iMessage lädt bei der Eingabe oder dem Empfang eines Links automatisch eine Vorschau der Seite – Vorsicht beim Klicken hilft hier also nicht weiter. Um der Textbombe zu entgehen, muss also die gesamte Konversation mit dem Absender gelöscht und am besten auch die Verbindung mit dem Internet getrennt werden. Dann kann iMessage die Vorschau nicht laden.

"Nicht für böse Dinge verwenden"
Entdeckt hatte den schädlichen Code der Softwareentwickler Abraham Masri. Um Apple auf das Problem aufmerksam zu machen, veröffentlichte Masri chaiOS auf der Website github.io und wies - mit der Bitte, ihn nicht "für böse Dinge“ zu verwenden - via Twitter darauf hin. Nachdem sich der Text jedoch massenhaft verbreitete, sah sich Masri gezwungen, den Code nicht wieder hochzuladen. Apple hat inzwischen reagiert und ein Update versprochen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann bis dahin github.io über die Sicherheitseinstellungen im Safari-Browser sperren, wie die Sicherheitsexperten von 8com erläutern. Das funktioniert über die Einschränkung von "Jugendfreien Inhalten", kann aber auch zur Blockade völlig legitimer Webseiten führen. 

 krone.at
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