Mi, 25. April 2018

Leere Versprechen?

18.01.2018 06:50

Internet laut Studie oft langsamer als vereinbart

Schnelles Internet bleibt einer Studie zufolge häufig ein leeres Versprechen. Wie die deutsche Bundesnetzagentur am Mittwoch nach Auswertung von deutschlandweit rund 700.000 Messungen mitteilte, ist die Datenübertragung bei fast drei von zehn Nutzern (28,4 Prozent) nicht einmal halb so schnell wie die vertraglich vereinbarte Höchstgeschwindigkeit.

"Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen die Anbieter in Aussicht gestellt haben", sagte Behördenchef Jochen Homann. Ausgewertet wurden demnach Messungen von Nutzern von Festanschlüssen, die zwischen Oktober 2016 und September 2017 über die Seite breitbandmessung.de einen Geschwindigkeitstest durchgeführt hatten. Ihre Daten - rund 440.000 Messungen - flossen anonymisiert in die Studie ein.

Im Vergleich zu der 2017 publizierten Untersuchung bleibt die Situation in etwa gleich - damals hatten 29,2 Prozent der Surfer Anlass zur Klage über Schneckentempo im Netz. "Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie insgesamt weiterhin Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern", sagte Homann.

Unterschiede beim Mobilfunk noch größer
Im Mobilfunk ist die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit noch größer. Nur 18,6 Prozent der Nutzer kamen auf mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten Höchstgeschwindigkeit. Gegenüber dem Vorjahreswert von 27,6 Prozent war das deutlich schlechter. Nur 1,6 Prozent der Nutzer bekamen laut jüngster Studie die vereinbarte Höchstgeschwindigkeit oder sogar eine noch schnellere Verbindung.

Eine unmittelbare Konsequenz aus der Studie entsteht nicht für die Anbieter - es gibt keine Sanktionen oder dergleichen. Die Bundesnetzagentur setzt mit dem Bericht vielmehr auf Transparenz, um die Anbieter unter Druck zu setzen und die Situation zu verbessern.

Deutschland hinkt beim Breitbandausbau im internationalen Vergleich seit langem hinterher - Funklöcher oder langsame Festanschlüsse sind nicht nur für Privatleute ein Ärgernis, sondern sind auch für Firmen ein gravierendes Problem im internationalen Wettbewerb.

"Technische Gründe"
In einer Reaktion auf die Untersuchung wies der Branchenverband Bitkom darauf hin, dass Anbieter Übertragungs-Höchstgeschwindigkeiten nicht immer zusichern könnten, etwa aus technischen Gründen. Dies stehe auch in Produktinformationsblättern, in denen Angaben zu den normalweise zur Verfügung stehenden Bandbreiten gemacht würden. "Entscheidend ist, dass Kunden wissen, was Sie vertraglich mit ihrem Internetanbieter vereinbaren", so der Verband in einer Stellungnahme.

 krone.at
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