Mi, 18. Oktober 2017

Mutter verzweifelt

15.09.2009 14:10

Dreijähriger Bub soll abgeschoben werden

Justitia scheint nicht nur blind zu sein: Während illegal eingereiste Flüchtlinge auf freiem Fuß bleiben und ein in Linz lebender straffällig gewordener Asylant aus Kamerun seit fünf Jahren nicht heimgeschickt wird, soll der dreijährige Sohn einer Leondingerin nach Griechenland abgeschoben werden. Seine Mutter hatte sich vom brutalen Papa scheiden lassen.

"Mein Sohn Evangelos ist in der Linzer Frauenklinik zur Welt gekommen, war mit mir ein paar Mal in Griechenland und ist österreichischer Staatsbürger", so Sandra M. zur "Krone". "Dennoch muss er laut Beschluss des OGH noch diese Woche auf griechischen Boden gebracht werden. Ich verstehe das nicht!"

12-Jähriger würde allein in Österreich bleiben
Die 34-jährige Diplom-Krankenschwester aus Leonding (im Bild mit Sönchen Evangelos) ist verzweifelt. Sie würde in Griechenland ohne Geld, ohne Sozialversicherung und ohne Wohnsitz mit ihrem kleinen Sohn auf der Straße stehen - und müsste zudem ihren 12-Jährigen allein in Leonding zurücklassen. "Denn dieser Bub ist nicht von meinem griechischen Ex-Mann", berichtet die Mutter.

Dieser hatte Sandra M. wegen "Kindesentführung" angezeigt, die österreichische Justiz delegierte den Sorgerechtsstreit daraufhin kurzerhand nach Griechenland.

Behörden nicht immer so konsequent
Zimperlicher geht Justitia dafür in unserem Land mit straffälligen Ausländern um: Bei Enns mussten sieben illegal Eingereiste aufgrund einer UVS-Rüge unüberprüft auf freiem Fuß belassen werden - sie verschwanden. Und in Linz zieht sich ein "beschleunigtes Abschiebeverfahren" gegen einen Vergewaltiger aus Kamerun schon fünf Jahre dahin.

von Johann Haginger, "Oberösterreich Krone"

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