Fr, 19. Jänner 2018

Causa Sahinovic

12.01.2018 15:30

„Wir vergessen nicht auf dich, Vanessa!“

Im Juni 2015 wurde Vanessa Sahinovic von einem Bus überrollt, bis heute wartet sie auf die versprochene Entschädigung aus Baku. Ein "Krone"-Bericht brachte jetzt neuen Schwung in die traurige Causa.

Mit dem Start ins neue Jahr verbindet die querschnittsgelähmte Vanessa Sahinovic vor allem eines: Hoffnung! Denn nach dem Bericht in der "Krone" vom 23. Dezember schaltete sich Volksanwalt Günther Kräuter ein. Wie berichtet, war die damals 15-jährige Synchronschwimmerin bei den Europaspielen in Baku im Athletendorf von einem offiziellen Bus überrollt worden.

Seither wartet die Schülerin auf die versprochene Entschädigung aus Aserbaidschan. "Ich habe Kontakt mit meiner Ombudsfrau-Kollegin in Baku aufgenommen und sie um ihre Unterstützung ersucht", sagt Kräuter, der eine breite Initiative startete - und auch sofort offizielle Schriftsätze an das Sportministerium und das Außenministerium richtete.

Diese Woche fand die erste Besprechung mit Vanessa, ihrer Mutter Azra und Sahinovic-Anwalt Nikolaus Rosenauer im Volksanwaltschaftsbüro in der Wiener Singerstraße statt. "Wir vergessen nicht auf dich, Vanessa! Und wir werden alles in unserer Macht Stehende versuchen, um mit Aserbaidschan eine Lösung zu finden", sprach Kräuter der Schülerin Mut zu.

Den Tränen nahe erzählte die Mutter von den zermürbenden Ereignissen der letzten 946 Tage. Vom Anruf, der sie am 11. Juni 2015 früh morgens aus dem Schlaf riss, als ihr gesagt wurde, dass es einen Unfall gab. Von der Überstellung nach Wien, den bangen Stunden der Operation und dem Moment, als die Schwere der Verletzung Gewissheit wurde. Was wie ein Olympischer Traum begann, wurde für die niederösterreichische Familie zum schrecklichen Albtraum.

"Die Vertreter der Aserbaidschanischen Botschaft haben sich zu Beginn rührend um Vanessa gekümmert, sie oft im Spital besucht", erinnert sich die verzweifelte Mutter. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Grund anzunehmen, dass das Versprechen der damaligen Präsidentengattin und jetzigen Vize-Regierungschefin Aserbaidschans nicht eingelöst wird.

Diese hatte am Tag der Eröffnung der Spiele eine großzügige Entschädigung in amerikanischen Dimensionen zugesichert. Von fünf Millionen Euro war die Rede, schließlich einigte man sich auf 1,8 Millionen. "Doch plötzlich herrschte Funkstille."

Vanessas Schicksal und vor allem die Ungewissheit, ob das Land am Kaspischen Meer doch noch zahlen wird, liegt wie eine dunkle Wolke über der Familie. Sind die teuren, lebenslangen Therapien für Vanessa und der Bau des behindertengerechten Hauses abgedeckt?

Die Hilfsbereitschaft in Österreich ist überwältigend. Zuletzt brachte ein Legendenturnier mit Andi Herzog und Hans Krankl 12.000 Euro für die Familie. Auch die Versicherungen von ÖOC und Schwimmverband zahlten. Alle wollen Vanessa helfen! Nur die eigentlich Verantwortlichen nicht ...

Anja Richter, Kronen Zeitung

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