Do, 23. November 2017

Drei Ausstellungen

12.09.2009 11:34

Museum Gugging wird wiedereröffnet

Nach achteinhalb Monaten Adaptierungs- und Ausbauarbeiten wird das Museum Gugging (Klosterneuburg) im Hauptgebäude des Art / Brut Centers am Areal des IST Austria (Institute for Science and Technology) am 17. September mit drei neuen Ausstellungen wiedereröffnet: "duo.! - anton dobay / oswald tschirtner", "liberty.! - african american artists" im neuen Novomatic Salon sowie eine Neuauflage der "gugging classics.!" - zu sehen jeweils bis 14. März 2010.

Oswald Tschirtner (1920 - 2007) wird mit seinen größten Formaten präsentiert: Leinwände von zwei mal sechs Metern Größe mit seinen bekannten elongierten Kopffüßlern, Werke, die er während der Produktion nie ganz sah, da er sie auf einem kleinen Tisch nur teilweise ausgerollt schuf. Tschirtner zeichnete 90 Prozent seiner Werke auf sehr kleinen Papieren, nicht größer als 15 mal 21 Zentimeter. Das erste Großformat entstand erst 1980 und war damals eine Rarität.

400 Werke in nur zehn Jahren
Die Werke von Anton Dobay (1906 - 1986), in erster Linie mit Bleistift, Farbstiften und Wachskreide gearbeitet, entstanden selten als freie Schöpfungen: Von Leo Navratil angeregt, zeichnete Dobay vorwiegend nach Vorlagen, die ihm sein Primararzt - Entdecker der Gugginger Künstler -, der ihn nach einem Schlaganfall behandelte, in der damaligen Gugginger Nervenklinik anbot. In nur zehn Jahren schuf er etwa 400 Werke, ausgestellt sind über 120 Werke, die bisher kaum öffentlich zugänglich waren.

Afroamerikanische Künstler der Self-Taught-Art wie Bill Traylor, der erst im Alter von 80 Jahren zu zeichnen begann (nach einem 70-jährigen Arbeitsleben, an dessen Beginn die Existenz als Plantagen-Sklave stand), Mary T. Smith, William Hawkins und Purvis Young vertreten eine in Europa bisher wahrgenommene Stilrichtung der US-Art-Brut-Szene. Die in der Schau "liberty.!" gezeigten Werke entstammen privaten Sammlungen in New York City und Chicago.

"gugging classics.!" auf rund 700 Quadratmetern Fläche
Die ständige Ausstellung "gugging classics.!" schließlich gibt auf über 700 Quadratmetern Fläche einen umfassenden Überblick zu Geschichte und Gegenwart der künstlerischen Aktivitäten in Gugging. Neben den bekannten Vertretern der Art Brut wie August Walla, Oswald Tschirtner oder Johann Hauser wird auch das Werk in Vergessenheit geratener Künstler wie Franz Gableck oder Rudolf Horacek gewürdigt. Die Exponate in diesem Ausstellungsbereich werden regelmäßig ausgetauscht und ergänzt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden