Do, 19. April 2018

Missbrauchsdrama

10.01.2018 16:34

„Ein Kind saugt sich so was nicht aus den Fingern“

Dieser erschütternde Fall hat eine ganze Familie zerstört: Nach dem Mord an ihrem Baby im Wiener Donauspital liegt die suizidgefährdete Mutter in einer psychiatrischen Klinik. Währenddessen weist der verhaftete Schwiegervater und honorige Ex-Botschafter alle Kindesmissbrauchsvorwürfe zurück. Zuletzt soll sich der Opa am Christtag an der Enkelin (4) vergangen haben. Eine Expertin meint: "Ein Kind kann sich so was nicht aus den Fingern saugen."

Sowohl die 37-Jährige, die wohl aus Scham und Verzweiflung ihren erst acht Monate alten Sohn mit einem Kopfpolster erstickt hatte und ihren eigenen Selbstmordversuch nur knapp überlebte, als auch der prominente Ex-Diplomat sind in U-Haft. Die Frau leidet unter einer Amnesie.

Anwalt: "Er war nie alleine mit dem Kind"
Nun müssen die Behörden klären, was genau in den Weihnachtsferien passiert ist. Die vierjährige Tochter und ihre Mutter belasten den Großvater, vertreten durch Staranwalt Rudolf Mayer, schwer. Der Verdächtige weist alle Vorwürfe zurück. Sein Anwalt: "Er war nie alleine mit dem Kind." Im Raum stehen bis zu fünf sexuelle Übergriffe.

Für Kinderschutzexpertin Martina Fasslabend sind die Aussagen des Opfers ernst zu nehmen. "Ein kleines Kind kann sich so was nicht aus den Fingern saugen", so die ehemalige Präsidentin des Kinderschutzvereins Möwe. In Österreich spielen sich jedes Jahr innerhalb von Familien mehr als 10.000 Missbrauchsfälle ab.

Falsche Schuldzuweisung als Motiv für Wahnsinnstat
Fasslabend weiter: "Offenbar konnte die Mutter die Scham über die Schändung der Tochter nicht mehr ertragen. Sie dürfte sich selbst fälschlicherweise die Schuld an dem Horror gegeben haben, weil sie ihr Kind nicht schützen konnte - und in dieser Ausnahmesituation den Buben erstickt haben, um ihn vor der in ihren Augen bösen Welt zu retten."

Florian Hitz und Christoph Budin, Kronen Zeitung/krone.at

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