Sa, 21. April 2018

Enkelin missbraucht?

09.01.2018 14:55

Donauspital-Drama: Hoher Ex-Diplomat in Haft!

Völlig gebrochen sind die Angehörigen und Freunde nach der Verzweiflungstat einer zweifachen Mutter in Wien: Sie erstickte Söhnchen Theodor mit einem Kopfpolster. Der Opa soll die Tochter (4) der Frau missbraucht haben - es handelt sich um einen hochrangigen Ex-Diplomaten. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft und weist die Anschuldigungen zurück.

Der Verdächtige ist ein schillernder ehemaliger Diplomat, der auf dem glatten Parkett der internationalen Politik zu Hause war. Der dreifache Familienvater fiel während seiner beruflichen Tätigkeit allerdings durch diverse Eskapaden und Unregelmäßigkeiten auf. Da er aber über beste Verbindungen verfügte, verblieb er immer im Außenamt.

Mutter droht lebenslange Haftstrafe
Nachdem seiner Schwiegertochter klar geworden war, wer für das Martyrium ihrer Tochter verantwortlich sein könnte, sah sie in ihrer Verzweiflung und Scham offenbar nur noch einen Weg. Jetzt muss sich die Wienerin für den Mord an ihrem Baby verantworten. Die Höchststrafe ist lebenslang, allerdings werden wohl mildernde Umstände geltend gemacht.

Für den möglichen Auslöser der Verzweiflungstat - es gilt die Unschuldsvermutung - sieht das Gesetz bei Kindesmissbrauch einen Strafrahmen von einem bis zehn, in Verbindung mit schwerer Körperverletzung von fünf bis 15 Jahren vor.

"Man kann Opfern von Missbrauch in Familien nur Mut zusprechen, den Täter rechtzeitig anzuzeigen, statt einen Verzweiflungsschritt zu setzen", betont die Wiener Topanwältin Ulli Nittmann.

"Frauen töten zum vermeintlichen Schutz"
Sigrun Roßmanith, renommierte Psychiaterin und Forensikerin, sprach mit der "Krone" über diesen speziellen Fall.

"Krone": Frau Dr. Roßmanith, was spielt sich im Kopf einer Frau ab, die ihr eigenes Kind tötet?
Sigrun Roßmanith: Die Frage ist, inwieweit erträgt man gewisse Situationen nicht mehr: Lieber töte ich uns alle - als dich/euch jemandem zu überlassen. Hier geht es um Tötung als destruktiven Erlösungsversuch - ein untauglicher Erlösungsversuch.

Geht es hier um Hass auf das Kind oder Scham?
Um unerträgliche Scham. Denn die Voraussetzung für derartige Taten ist eine sehr gute Beziehung zum eigenen Kind. Es soll zum Schutz sterben.

Im aktuellen Fall versuchte sich die Mutter mit einer Glasscherbe die Pulsadern aufzuschlitzen - schaffte es aber nicht ...
Nach derartigen Affekttaten, wie ein Kind zu erwürgen oder zu ersticken, fehlt meist die Kraft zum Suizid.

Der Schwiegervater wegen Missbrauchsverdachts in U-Haft, das eigene Kind erstickt - wie kann ein Mensch das ertragen?
Solche Wunden heilen nie mehr ganz. Die Frau ist doppelt gestraft.

Florian Hitz, Christoph Budin und Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung/krone.at

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