Mi, 25. April 2018

Angst vor Großvater

09.01.2018 06:00

Dieses dunkle Geheimnis steckt hinter dem Babymord

Nach dem Babymord im Wiener Donauspital kommt nun das dunkle Geheimnis der Familientragödie ans Licht - es sind Details, die sprachlos machen: Seit Montag sitzt der Schwiegervater bzw. Opa wegen Verdachts des Kindesmissbrauchs in U-Haft. Er soll sich an der Schwester (4) des Babys vergangen haben. Offenbar konnte die 37-jährige zweifache Mutter mit dieser Scham nicht mehr leben. Aus Angst vor dem Sextäter wollte sie Söhnchen Theodor mit in den Tod nehmen.

Die Hintergründe sind erschütternd. Demnach wurde die Frau mit ihrer Tochter und dem Baby Anfang Jänner in einem Mutter-Kind-Zimmer des SMZ-Ost aufgenommen, weil da schon der Verdacht des sexuellen Missbrauchs der Vierjährigen durch den Großvater im Raum stand. Die Kinder sollten aus der "Gefahrenzone" gebracht werden - eine psychische Ausnahmesituation für die ganze Familie.

Wie in solchen Fällen üblich, wurde die Polizei eingeschaltet. Rasch stand fest, auch durch die Schilderungen des so entsetzlich gepeinigten Mädchens, dass ihr eigener Großvater sich an seiner kleinen Enkelin vergangen haben soll.

Übergriff in Weihnachtsferien
Der Pensionist und dreifache Vater war als hoher Beamter in einem Ministerium beschäftigt und hatte sich für seinen Ruhestand ein Refugium ein paar Autostunden südlich von Wien geschaffen. Bei einem Familienbesuch in den Weihnachtsferien dürfte es zu dem Übergriff gekommen sein. Als die Schwiegertochter und zweifache Mutter von den entsetzlichen Vorwürfen erfuhr, brach für sie eine Welt zusammen.

Mutter schnitt sich Pulsadern auf
Die Scham und auch die Angst um ihre Kinder waren schließlich zu viel: Die verzweifelte 37-Jährige erstickte den kleinen Theodor - sein Schwesterchen ließ sie am Leben. Dann verließ die Flugbegleiterin - ihr Mann ist Pilot - das Mutter-Kind-Zimmer und schnitt sich auf dem Spitalsgelände die Pulsadern auf. Sie wurde von einer Krankenschwester gefunden und gerettet, für das acht Monate alte Baby kam aber jede Hilfe zu spät.

Während der mutmaßliche Sextäter im Landesgericht Wien wegen Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr in U-Haft sitzt, befindet sich die Mutter in psychiatrischer Behandlung.

Florian Hitz und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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