Di, 21. November 2017

Einsatz im Wasser

09.09.2009 11:01

Neue Spezialtruppe für Unfälle in Schluchten

Besonders im Flachgau enden Canyoningtouren oft mit Verletzungen, sagt die Statistik der letzten Jahre. Die Bergrettung hat auf diese Entwicklung reagiert und eine neue Spezialtruppe für Unfälle in Schluchten aufgestellt. Für die "Krone" zeigten die Experten der Bergrettung ihr Können, wenn jede Sekunde zählt.

Zentimeter für Zentimeter seilen Christian Bauer, Rupert Siller, Sepp Edlinger und Hans-Peter Strubreiter (im Bild v. l. n. r.) die Trage entlang einer steilen Felsrinne ab. Das Wasser sprudelt unaufhörlich, im Schatten ist es eiskalt. Ausnahmsweise liegt kein Verletzter unter den Gurten, es ist ein Kamerad. Die Spezialtruppe der Bergrettung Salzburg demonstriert der "Krone", worauf es bei Rettungsaktionen nach Canyoningunfällen ankommt.

Zahl der Unfälle steigt
Die Sportart, bei der Abenteuerlustige in Schluchten rutschen, springen und sich abseilen, boomt. "Das merkt man leider auch an der steigenden Zahl der Unfälle", erklärt Ausbildungsleiter Gerhard Pfluger. Und er weiß: "Auch erfahrene Bergsteiger unterschätzen das Zusammenspiel von Fels und Wasser, geraten an vermeintlich harmlosen Stellen in Not."

Zusatzausbildung für 27 Bergretter
Besonders beliebt für das Canyoning sind die Strubklamm in Faistenau und Ebenau sowie die Almbachklamm bei Adnet. Alle Canyoningunfälle in diesem Jahr passierten dort. "Darauf haben wir reagiert und 27 Bergretter im Flach- und Tennengau speziell ausgebildet", sagt Pfluger. Vier Tage lang erfahren die Retter dabei alles über die speziellen Anforderungen in den Schluchten. Dann geht es auf Fortbildung, zum Beispiel an die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Das alles zusätzlich zur Bergretter-Ausbildung.

Lebensbedrohliche Unterkühlungen
Canyoningeinsätze müssen schnell und präzise sein. Ähnlich wie bei einem Lawinenabgang geht es um jede Sekunde. Der Grund: schnelle Unterkühlung im Schatten und im nassen Neopren. Da kann ein simpler Armbruch zum lebensbedrohlichen Problem werden.

Warnung vor Alleingängen
"Obwohl es uns gibt, warnen wir jeden, alleine in die Schlucht zu gehen", betonen die Bergretter nach der erfolgreichen Demonstration. Und falls man mit einem Guide geht: der sollte eine Spezialausbildung haben.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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