Mo, 20. November 2017

Prozess ausgesetzt

07.09.2009 12:38

Steht Lösung im Streit um Jaggers Ring bevor?

Vier Monate nach Beginn des Zivilprozesses am Salzburger Landesgericht rund um einen wertvollen Platinring von Bianca Jagger streben die Streitparteien jetzt eine außergerichtliche Einigung an. Die für Dienstag anberaumte Fortsetzung der Verhandlung wurde kurzfristig abgesagt. Die Menschenrechtsaktivistin hatte das Schmuckstück im Sommer 2008 in der Stadt Salzburg verloren. Der Finder forderte bisher erfolglos einen Finderlohn und klagte Jagger und ihren Anwalt wegen Rufschädigung.

Der Salzburger Unternehmer Reinhard Ringler hatte das offenbar 200.000 Euro teure Schmuckstück am 22. August am Ginzkey-Platz gefunden. In der Meinung, es handle sich um einen wertlosen Schlüsselanhänger, schenkte er ihn seiner 13-jährigen Tochter und fuhr auf Urlaub. Als er aus der Zeitung von dem hochkarätigen Verlust erfuhr, ließ er ihn zur Polizei tragen.

Kein Finderlohn
Ein Vertreter Jaggers holte das Juwel am 18. November ab. Danach erklärte Jaggers Wiener Anwalt Gabriel Lansky, seine Mandantin zahle keinen Finderlohn, weil der Salzburger den Ring "massiv verspätet" ausgefolgt habe. Dem Mann stehe das Geld rechtlich nicht zu. Der Finder konterte mit einer Rufschädigungsklage. Er fühlte sich in seiner Ehre gekränkt, weil es der Anwalt laut Medienberichten als "Unfug" bezeichnete, dass Ringler den Schmuck anfangs für wertlos gehalten habe.

"Unfug"?
Am ersten Prozesstag am 4. Mai versuchte Richter Walter Dalus vergeblich herauszufinden, ob nun das Wort "Unfug" tatsächlich gefallen ist oder nicht. Lanskys Rechtsvertreter Gerald Ganzger meinte, das besagte Wort sei wohl nicht gefallen. In der Verhandlung am Dienstag hätte dazu ein Journalist als Zeuge aussagen sollen.

Einvernehmliche Lösung soll gefunden werden
Mittlerweile dürften sich die Wogen etwas geglättet haben. Für die nächsten drei Monate "wurde ein einfaches Ruhen vereinbart", erklärte Ringlers Anwalt Paul Kreuzberger am Montag. "Wir versuchen eine einvernehmliche Lösung zu treffen. Derzeit ist noch nichts geklärt." Falls sich die Anwälte nicht einigen, wird nach Ablauf der Drei-Monats-Frist weiter prozessiert.

Finderlohn in England geltend machen
Die Streitparteien suchen jetzt nach einer "globalen Lösung", so Kreuzberger, die auch die Frage um den Finderlohn einschließt. Dieser könnte bis zu 10.000 Euro betragen, falls der Ring tatsächlich 200.000 Euro wert ist. Der Finderlohn müsste in England gerichtlich geltend gemacht werden, dort befindet sich nämlich der Wohnsitz der Ex-Frau von Rolling Stone Mick Jagger.
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden