Do, 19. Oktober 2017

Tragödie in Attersee

02.09.2009 09:18

Frau lebte tagelang neben totem Gatten

Gift? Mordgerüchte schüren seit zwei Wochen in Attersee den Verdacht, eine Frau könnte ihren Mann getötet haben, ehe sie ihr Haus in Brand steckte und starb. Doch nun ist die Tragödie geklärt: Der gehörlose Bootsbauer Franz Schiemer (61) war schon Tage vor dem Feuer in der Badewanne ausgerutscht und ertrunken, die behinderte Renate Schiemer (53) lebte noch neben seiner Leiche.

Die Linzer LKA-Mord- und Brandermittler konnten zwar im Brandschutt keine Spuren mehr finden, aber der Obduzent konnte die beiden Todesursachen feststellen: „Die toxikologischen Analysen sind zwar noch nicht fertig, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass da viel Gift im Spiel war“, sagt der Linzer Gerichtsmediziner Dr. Johann Haberl: Er konnte auf der verkohlten Leiche aus der Wanne noch Verletzungen entdecken, die von einem Sturz stammen, der dem Mann das Bewusstsein raubte und ertrinken ließ.

Frau stand unter Schock
Seine ebenso gehörlose Frau konnte im Schock nicht helfen, nichts tun. Die starke Raucherin dürfte nur noch apathisch im Wohnzimmer gesessen sein und geweint und getrauert haben – bis zumTod: „Nicht Stunden und nicht Wochen, aber etwa zwei Tage lang“, glauben die Ermittler: Bis die übermüdete Frau eingeschlafen wäre und dann vielleicht eine heruntergefallene Zigarette oder eine ungelöschte Kerze das Feuer ausgelöst habe. Sie dürfte von den Flammen noch geweckt worden und geflüchtet sein, erstickte aber an den Rauchgasen auf der Terrasse. Sie könnte allerdings auch absichtlich den Brand gelegt, eine Verzweiflungstat verübt haben. Doch der zweite Akt der Tragödie wird nie mehr zu klären sein.

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