Sa, 16. Dezember 2017

Zurück im Alltag

13.08.2010 08:32

So entkommst du dem Nach-dem-Urlaub-Blues

Gerade noch entspannt am Strand gelegen, die neuesten Schmöker gelesen und mit dem Liebsten Eis gegessen - und jetzt sitzt man schon wieder im Büro. Die schönste Zeit des Jahres vergeht meistens genauso schnell wie die darin geschöpfte Erholung. Den gestern noch unschuldig Entspannten holt oft schon einen Tag nach dem Urlaub der Alltagsstress wieder ein. So manchen packt sogar ein regelrechter "Nach-dem-Urlaub-Blues". Wie sagen dir, wie du diesem entgegensteuern kannst.

Psychologen nennen das Trübsal, das einen in den ersten Tagen nach den Ferien erfassen kann, "Post Holiday Syndrom". Symptome sind eine schlechte Stimme, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und mitunter Kopfschmerzen. Das Urlaubsgefühl ist wie weggeblasen.

Erst Donnerstag zurück an den Schreibtisch
"Um dem Blues nach dem Urlaub erst überhaupt keine Chance zu geben, ist es beispielsweise wichtig, nicht direkt vom Flughafen an den Schreibtisch zu hetzen", rät DAK-Experte und Diplom-Psychologe Frank Meiners. "Zwei oder drei freie Tage sollten schon zwischen Urlaubsende und Arbeitsbeginn liegen. Im Idealfall beginnt man an einem Mittwoch oder Donnerstag, damit das Wochenende nicht zu weit entfernt ist."

Auch Gerhard Klicka, Psychologe am Institut für humanökologische Unternehmensführung (IBG) rät, sich nicht gleich wieder in die Arbeit zu stürzen: "Man darf sich nicht gleich von der Arbeit erschlagen lassen - keine Termine in den ersten Tagen, vielleicht in Ruhe erst mal alle Mails abarbeiten", betonte der Experte. "Wenn man am ersten Tag gleich vier bis fünf Überstunden macht, ist man nämlich auch schon wieder in der Verausgabung drinnen."

Urlaubsgefühl mit in die Arbeit nehmen
Damit das Urlaubsgefühl länger anhält als bis zum ersten Arbeitstag, sei es wichtig, die Gefühle und Erinnerungen auch in den Alltag zu transportieren, so Klicka. Dazu könne man kleine Genüsse wie etwa Urlaubsfotos oder einen gemütlichen Morgenkaffee in den Alltag einbauen. "Diese sollen einen daran erinnern, dass es eben auch eine Wohlfühlzeit gegeben hat", erklärt der Psychologe.

Man dürfe den Wert des Wohlbefindens trotz Arbeit nicht vergessen, Entspannung sollte ein fixer Bestandteil des Alltags sein. Sich auszuruhen sei nicht egoistisch, denn je ausgeglichener man sei, desto produktiver könne man auch arbeiten, erläuterte Klicka. Auszeiten und kurze Pausen müssten daher auch im Interesse des Arbeitgebers liegen, sonst "besteht die Gefahr, dass man in einen Sog hineinkommt und die Arbeit einen verschlingt". Auch DAK-Psychologe Meiners rät, besonders in den ersten Tagen nach dem Urlaub viele Pausen einzulegen. Das senkt den Stresspegel.

Allgemein müsse die Work-Life-Balance im Alltag ein wichtigerer Stellenwert zukommen: "Arbeit ist gut, aber man darf auf die Entspannung auch nicht vergessen", mahnt Klicka. Kleine Erinnerungshilfen, sogenannte "Marker", könnten dabei helfen, kurze Pausen einzulegen, in denen man Entspannungstechniken anwendet. Auch der Abend und die Wochenenden sollten zur Erholung genutzt werden. Hilfreich könnten auch "virtuelle Reisen" sein, meinte Klicka: "Kurz an das Gefühl der Sonne auf dem Bauch denken oder an die Gerüche am Urlaubsort - und schon ist das wohlige Gefühl wieder da."

Gesunde Urlaubsküche in den Alltag integrieren
Die gesunde Urlaubsküche können Rückkehrer ebenfalls in ihren Alltag integrieren. Gerade typische Mittelmeergerichte sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Der Grund: Frisches Gemüse, Fisch und Olivenöl haben einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel. "Essen Sie in der Mittagspause doch einmal einen leckeren Salat beim Italiener oder Griechen", empfiehlt DAK-Expertin und Diplom-Ökotrophologin Silke Willms. "Ein Espresso danach, ein Stück Kokosnuss oder Wassermelone schmecken ebenfalls nach Sonne und Meer."

Zweimal pro Woche Sport
Auf andere typische Ferienerlebnisse müssen Rückkehrer ebenfalls nicht verzichten: "Wer in den schönsten Wochen des Jahres am Strand gejoggt ist oder sich von Flamenco, Sirtaki oder orientalischen Bauchtanz hat inspirieren lassen, kann sein neues Hobby auch daheim in den Alltag einbauen", erläutert DAK-Sportexperte Uwe Dresel. "Zweimal pro Woche Sport reicht schon aus, um das Wohlbefinden zu steigern." Insgesamt gilt: Aktiv werden, damit der Erholungseffekt nicht so schnell verblasst wie die Sonnenbräune.

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