Fr, 17. November 2017

Viruserkrankung

26.08.2009 11:33

Eiweißstörung offenbar an Bienensterben schuld

Nach jahrelangem Rätseln sind Forscher in den USA einem mysteriösen Bienensterben auf die Spur gekommen. Bei den betroffenen Bienen sei eine Störung der Proteinherstellung entdeckt worden, die wiederum die Folge eines Virus sein könnte, berichten Wissenschaftler der Universität Illinois in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science". Das Sterben der Bienenvölker tritt seit Ende 2006 in den USA auf und hat seitdem schätzungsweise ein Drittel aller kommerziell genutzten Bienenbestände vernichtet.

Die Forscher fanden in den betroffenen Bienen ungewöhnlich viele Bruchstücke von sogenannter "ribosomaler Ribonukleinsäure", wie sie in dem Bericht schreiben. Dies könne Folge einer Virusinfektion sein. Als Überträger vermuten die Forscher die Varroa-Milbe, die seit 1986 in den USA verbreitet ist und sogenannte Picorna-Viren in sich trägt.

Böse Viren entern wichtige Ribosomen
Bei den befallenen Bienen entdeckten die Forscher ungewöhnlich viele dieser Viren. Diese "entern" offenbar die für die Eiweißproduktion verantwortlichen Ribosomen und programmieren diese um, um sich selbst zu vermehren.

Krankheit macht Bienen angreifbar
Für das Bienensterben wurde in der Vergangenheit eine Reihe von Ursachen verantwortlich gemacht, von Nahrungsproblemen über genetisch veränderte Pflanzen und Pestizide bis zu Parasiten. Für die US-Forscher könnten sich derartig bedingte Bienenvölker-Sterben nunmehr als Folge der nun entdeckten Krankheit darstellen.

"Wenn das Ribosom nicht mehr funktioniert, kann der Körper nicht mehr auf Pestizide oder Pilzinfektionen, Bakterien und unzureichende Ernährung reagieren", erklärt Mitautorin May Berenbaum. Denn ohne die Ribosomen könne der Körper nicht funktionieren, "Proteine sind überlebenswichtig."

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