Mo, 20. November 2017

Spatenstich erfolgt

19.08.2009 10:32

WWF übt Kritik an Ybbs-Kraftwerk Schütt

Der WWF fordert einen Stopp des "Ausbauwahns" an der Ybbs in Niederösterreich. Anlass für die Kritik ist der am Mittwoch erfolgte Spatenstich für den Neubau des Kraftwerks Schütt in der Nähe von Gstadt im Bezirk Amstetten.

Laut Aussendung der EVN werden das vor 107 Jahren errichtete Kraftwerk und die ebenso alte Wehranlage ersetzt. Die Investitionskosten betragen rund neun Millionen Euro. Mit Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2011 seien dann alle Kraftwerke an der Ybbs revitalisiert. Die Anlage in Schütt soll Strom für 2.700 Haushalte erzeugen.

Lauf der Ybbs unwiederbringlich verändert
Während Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) von einem "Gebot der Stunde" spricht, bestehende Anlagen energiewirtschaftlich und ökologisch zu optimieren und auch der Umweltdachverband keine grundsätzlichen Einwände erhebt, stößt der Neubau beim WWF auf heftige Kritik. Laut Andreas Wurzer, stellvertretender Geschäftsführer der Umweltorganisation, sei die Staumauer des "neuen" Kleinkraftwerkes Schütt um 2,1 Meter höher als jene der alten Anlage. Die Fallhöhe, also der Höhenunterschied zwischen den oberen und unteren Wasserständen, werde so auf sieben Meter angehoben.

"Flussverlauf wird verändert"
"Trotz der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen werden mehrere hundert Meter natürliche und unverbaute Fließstrecke der Ybbs unwiederbringlich verändert. Negative Auswirkungen ergeben sich nicht nur für die natürlichen Lebensräume, sondern auch für Hochwasserschutz, Naherholung und Tourismus", so Wurzer, der nun "ein Ende der bedingungslosen Verbauung" der Ybbs fordert.

Erhalt des Naturjuwels
Es wurde auch darauf verwiesen, dass die Ybbs streckenweise noch in einem natürlichen, intakten Zustand sei. Dem WWF geht es um den Erhalt des Naturjuwels: "Das Kraftwerk Schütt ist nicht das einzige Projekt an der bereits mit 20 Kraftwerken und 30 Sohlrampen zugepflasterten Ybbs. Weitere Bauvorhaben, vor allem im Bereich der Kleinwasserkraft, sind in Planung", fürchtet Wurzer.

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