Di, 21. November 2017

Drei Jahre Haft

19.08.2009 10:50

Bekannte um 70.000 Euro betrogen

Ein Jahr müsste Margaretha N., eine notorische Betrügerin, eigentlich hinter Gitter. Aber selbst der Richter ist überzeugt: "Sie werden keinen einzigen Tag ins Gefängnis müssen." Während des ganzen Prozesses ist die kranke Frau auf der Anklagebank gelegen!

Schon eine 1999 verhängte Haftstrafe konnte wegen des schlechten Gesundheitszustandes der heute 60-Jährigen nicht vollzogen werden. Ihrer Masche ist die dreimal vorbestrafte Pensionistin aber treu geblieben.

Günstige Gelegenheit nutzen
"Ich kenne jemanden, der kommt bei Versteigerungen billig zu Autos, Computern oder Fernsehapparaten", erzählte sie Nachbarn und Bekannten. Die wollten sich die günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen und leisteten in Erwartung eines "Super-Schnäppchens" eine Anzahlung – insgesamt 70.000 Euro! Bekommen haben sie dafür rein gar nichts…

Angeklagte will selbst hereingelegt worden sein
Geständig war Margaretha N. (Verteidiger Wolfgang Auer) nicht. "Ich bin selbst einer Betrügerin aufgesessen. Sie heißt Inge Berkoff, ihr habe ich das Geld gegeben. Dann ist sie verschwunden."

Antrag auf Haftuntauglichkeit
Doch dass die Salzburgerin auf eine Betrügerin hereinfällt, die exakt mit ihrer eigenen Masche arbeitet, das glaubte Richter Andreas Posch nicht. Und fügte hinzu: "Es gibt in Österreich niemanden, der so heißt." Das Urteil (drei Jahre Haft, eines davon unbedingt) nahm die Frau an, stellte aber sofort den Antrag auf Feststellung ihrer Haftuntauglichkeit.

von Manfred Heininger, Kronen Zeitung

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