Fr, 24. November 2017

Entscheidung fix

14.08.2009 12:51

Porsche Holding wird VW-Konzernbetrieb

Die Salzburger Porsche Holding, einer der größten Autohändler Europas und einer der größten privaten Arbeitgeber Österreichs, wird ab 2011 in den VW-Konzern eingebracht. Mit dem Verkaufserlös wollen die Eigentümerfamilien Porsche und Piech eine nötig werdende massive Kapitalerhöhung für den Gesamtkonzern finanzieren. Die Salzburger glauben, in einem großen integrierten Konzern mehr Chancen zu haben, ohne an Unabhängigkeit einzubüßen.

Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht davon, dass die Österreicher "sicher nicht mehr isoliert in der VW-Welt laufen" werden. Wahrscheinlich werde künftig das Vertriebsnetz der Salzburger anders ausgerichtet, Wolfsburg könnte das bisher den Salzburgern vorbehaltene Osteuropageschäft an sich ziehen.

Dezentralismus als Erfolgsgeheimnis
"Hier irrt Dudenhöffer", glaubt Hermann Becker, Porsche-Österreich-Sprecher dagegen. Porsche Österreich sei ein "Benchmark" unter den VW-Händlern, ihr Erfolgsgeheimnis sei das dezentrale Agieren auf den Märkten, "eine Konzentration wäre genau der falsche Weg", so Becker. Auch nach der Übertragung 2011 würden Vertreter der bisherigen direkten Eigentümerfamilien im Aufsichtsrat sitzen. In dem neuen Konzern gäbe es zudem weitere Länder, die übertragen werden könnten und Porsche Holding-Mitarbeiter hätten es künftig wohl leichter, Karriere im Konzern zu machen.

Unternehmenswurzeln bei Ferdinand Porsche
Die Salzburger Porsche Holding ist seit den 1950er-Jahren eng mit dem Zuffenhausener Sportwagenbauer, aber auch mit Wolfsburg verbunden. Die historischen "Schnittstellen" laufen beim Großvater Ferdinand Piechs, dem Gründer der Dynastie, Ferdinand Porsche zusammen. Dieser ist der Konstrukteur des VW-Käfer und Ahnherr der Eigentümerfamilien Porsche und Piech, die das Salzburger Autohaus noch unumschränkt kontrollieren.

Milliardenumsätze
Die Einbringung der Salzburger in den Konzern wird den beiden Familien, die die Salzburger Porsche Holding GmbH jeweils zur Hälfte kontrollieren, 3,55 Milliarden Euro bringen. Dieser Verkaufserlös soll ihren Anteil an der anstehenden großen Kapitalerhöhung finanzieren. Dies ist unbedingt notwendig, um gegenüber den neuen Partnern Niedersachsen und (voraussichtlich) Katar nicht ins Hintertreffen zu geraten und die Mehrheit an dem neuen Konzern zu behalten.

Die Porsche Holding Salzburg hat 2008/09 13,65 Milliarden Euro Umsatz gemacht, sie beschäftigt etwa 17.000 Mitarbeiter und hat 474.000 Neufahrzeuge verkauft. Ein Schwerpunkt des Geschäfts liegt in Osteuropa, aber auch in West- und Südeuropa werden Milliardenumsätze gemacht. In Österreich setzte die Porsche Holding 4,6 Milliarden Euro um, mehr als die meisten ATX-Unternehmen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden