Di, 12. Dezember 2017

Neuer Tower

13.08.2009 16:59

Ungereimtheiten um Ausschreibung

Mit 400 Millionen Euro Mehrkosten ist der Skylink-Bau am Wiener Flughafen ins Desaster geschlittert. Die Bauaufsicht dabei hatte das Wiener Ziviltechnikbüro Hans Lechner. Pikant: Das selbe Büro leitete auch die Ausschreibung für den Tower am Salzburger Flughafen, baute mit dem Büro Zechner & Zechner auch den Tower in Wien. Architekten, die jetzt auch in Salzburg dabei sind.

400 Millionen an Mehrkosten, statt der geplanten Inbetriebnahme im heurigen Jahr wurde der Skylink-Bau mit den vorgesehenen 17 Andockstationen am Wiener Flughafen nun kürzlich eingestellt. Die Bauaufsicht dabei hatte das renommierte Wiener Ziviltechnikbüro Hans Lechner, das auch in München die BMW-Welt in Szene setzte.

30 Interessenten
Am Salzburger Flughafen hatte man zum Jahresende 2008 den Tower-Neubau ausgeschrieben, für dessen Verwirklichung sich bis zum Ende der Abgabefrist am 22. Jänner 2009 gleich 30 Generalplaner meldeten. "Die Vorgabe, sich dabei des Ziviltechnikbüros Hans Lechner als Berater zu bedienen, kam sicher von der Wiener Austro Control", so Flughafen-Aufsichtsrat-Chef Othmar Raus. Denn beim skandalumwitterten Bau des Skylink am Wiener Flughafen hatte ausgerechnet dieses Büro die Bauaufsicht über das Großprojekt.

Die Fakten sind bekannt: Mit 410 Millionen Euro vor vier Jahren projektiert, wurde der Bau zuletzt mit 830 Millionen geschätzt. Zuvor hatte das Büro Lechner mit den Partnern Zechner & Zechner bereits den Wiener Tower gebaut. Preisgekrönt und mit 50 Millionen Euro nicht gerade ein Schnäppchen.

Bewährte Seilschaften
Dass die Wiener Ziviltechniker jetzt auch beim Salzburg-Tower ihre Finger im Spiel haben, stößt vielen sauer auf: "Vieles sieht nach bewährten Seilschaften aus." Bürgermeister Heinz Schaden, der für die Stadt als 25-Prozent-Eigentümer in der Flughafen-Generalversammlung sitzt, bestätigte: "Zwei Generalunternehmer sind noch im Rennen, einer aus Salzburg und ein weiterer aus Wien." Bei Letzterem handelt es sich wohl um den Lechner-Protege Zechner & Zechner, Favorit auch der Austro Control.

Dass es beim Tower-Bau (veranschlagt sind sechs bis neun Millionen Euro) zu einem ähnlichen Desaster kommen könnte wie beim Skylink-Projekt, glaubt am Salzburger Flughafen allerdings niemand: "Alle Bauvorhaben", so Flughafen Boss Roland Hermann, "wurden bei uns stets im Rahmen oder sogar billiger abgewickelt." Die Entscheidung über den Tower-Bau fällt im Herbst.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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