So, 22. Oktober 2017

"Krone"-Interview

13.08.2009 09:33

Rudi Anschober im Gespräch

In Jeans und Polo-Shirt und mit seinem Lieblingswort „Energiewende“ im Ärmel öffnet Rudi Anschober der „Krone“ erstmals den Garten bei seinem Försterhaus. Bis zum letzten Tag vor der Wahl will er um Wähler werben, „weil Pühringer Zukunftsperspektiven braucht“.

Herr Anschober, wir treffen uns zum sommerlichen Interview hier in Ihrem Haus, einem ehemaligen Försterhaus in Steyregg.
Ja, das hat meine Partnerin vorgeschlagen. Normalerweise trenne ich Privates und Politik. Ich mag das nämlich nicht, wenn Politiker ihre Familie und ihr gesamtes Privatleben präsentieren. Darum mach’ ich das jetzt zum ersten Mal, und das Gartl is’ ja auch nicht so privat.

Wie bei Ihrem Wahl-Slogan 2003: Die Zeit war reif. Oder könnte sie nach sechs Jahren auch abgelaufen sein?
Die Zeit ist immer reif für mehr Grün. In Zeiten der Wirtschaftskrise mehr denn je. Und grüne Rezepte helfen aus der Krise.

Der Wahltag rückt näher – wird Sie die momentan karenzierte Eva Glawischnig oder ihre Vertreterin Maria Vassilakou beim Wahlkampf unterstützen?
Alle kommen, ziehen mit Oberösterreich an einem Strang. Glawischnig, Vassilakou, Van der Bellen ...

Bei den Bundes-Grünen – mit wem stimmt die Chemie am meisten?
Mit Alexander Van der Bellen kommuniziere ich gerne. Auch Eva Glawischnigmag ich – da konnte ich ein bisschen dazu beitragen, dass sie nun in der Politik ist. Ich kenn’ sie aus ihrer Zeit bei Global2000. Das ist ja das Schöne an Grün: die vielfältigen Menschen.

Als einem der wenigen Politiker gelingt es Ihnen, öffentlich nie wütend oder zornig zu erscheinen. Wie bringt man Sie zu einem Gefühlsausbruch?
Keine Ahnung. (Lacht) Ich ruhe in mir selbst. (Deutet auf seine Buddha-Statue im hinteren Teil des Gartens) Aber ich mache auch täglich Qi-Gong. Für das innere Gleichgewicht. Ich wollte als Kind auch immer Indianer werden. Der letzte Mohikaner war mein großes Idol.

Welcher Partei würden Sie also nach der Wahl Rauchzeichen geben?
(Lacht) Es geht um Inhalte. Aber wohl nur ÖVP und SPÖ. Derzeit besteht kaum eine Paktmöglichkeit mit Blau undOrange.

Und ein Satz zu Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider.
Gut wäre, wenn er mehr zu seriöser Zusammenarbeit finden würde.

Man „begegnet“ Ihnen ständig auf Twitter und Facebook im Internet. Sind das die modernen Wahlwerbemaschinen, mit denen man die Jugend erreicht?
Mir macht das Spaß. Das ist sehr modern, schnell und sicher etwas, womit man die Jugend erreicht. Das war lustig, als ich auf Twitter eingestiegen bin. Da hat „Zeit im Bild“-Moderator Armin Wolf gepostet: „Aha, in Oberösterreich steht die Wahl an.“

Apropos Jugend: Was ist denn die grüne Antwort auf blaue oder schwarze Discobesuche vor der Wahl? Womöglich die Eröffnung von neuen Solaranlagen?
(Lacht) Dem Bürger nahe sein. Strache setzt ja mit so etwas nur einen politischen Akt fürs Image. Ich gehe gerne auf den Linzer Südbahnhofmarkt.

Was kaufen Sie dort?
Ich gustiere und kaufe frische Bioprodukte – ich koche leidenschaftlich gerne Italienisch. Meine Partnerin Petra hat da kürzlich so ein tolles Kochbuch bekommen.

Welche Zutat wären dann Sie selbst im politischen Landtags-Menü?
(Lacht) Ich bin das Salz in der Suppe...!

Haben Sie mit der ÖVP schon eine Art Blutsbrüderschaft – sind Sie die Schwarzen schon gewöhnt?
Nein, das hat nichts mit Gewohnheit zu tun. Wir wollen einfach unsere Ziele für das Land – wie etwa die Energiewende – gut umsetzen.

Viele Menschen meinen, die Grünen hätten keine anderen Themen als alternative Heizmethoden oder erneuerbare Energieformen.
(Schmunzelt) Schön, wenn das zumindest durchkommt. Es sind einfach die Kernthemen für die Zukunftssicherung. Und 50.000 neue Ökojobs wären dadurch möglich.

Ein Satz zu Landeshauptmann Josef Pühringer.
Er braucht jemanden, der ihm die Zukunftsperspektiven aufzeigt.

Das Gespräch führte Sabine Traninger, "OÖ-Krone"

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