Mi, 18. Oktober 2017

"Stolperfalle"

10.08.2009 12:45

Designer-Asphalt sorgt wieder für Aufregung

Die Flaniermeile vor den Festspielhäusern sorgt wieder einmal für Kopfzerbrechen im Bauressort der Stadt Salzburg. Im Mozartjahr 2006 wurde der rund eine Million Euro teure, goldfarbene Designer-Asphalt in der Hofstallgasse angebracht. Mittlerweile ist der Belag ergraut, und, was Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) sauer aufstößt, durch den Abrieb so dünn geworden, dass stellenweise der alte, schwarze Asphalt durchscheint und die nun hervorstehenden Lichtbänder zu Stolperfallen werden können. Noch in diesem Jahr ist eine Sanierung geplant.

"Ich habe mir die Hofstallgasse angeschaut. Es gibt mehrere Probleme", bestätigte die Baustadträtin am Montag. Die Asphaltschicht sei statt der geforderten 2,5 Zentimeter nur mehr zwei Zentimeter dick. Schmidt bezeichnete das Bindemittel des Splittmastix-Belages als "ungenügend". Der Asphalt sei im Winter zu spröde, sodass Risse entstünden, und im Sommer zu weich. Die Folge: Reifenspuren der Fahrzeuge und Hufeisenabdrücke der Fiakerpferde treten zutage.

Durch den zu starken Abrieb stünden die am Fahrbahnrand in den Asphalt eingesetzten Lichtbänder schon einen halben bis einen Zentimeter heraus. Im Winter bestehe die Gefahr, dass sie der Schneepflug zerstört, so Schmidt. Im Sommer könnten die Bänder zu Stolperfallen vor allem für Gehbehinderte oder für Frauen mit hohen Absätzen werden.

Probebohrungen durchgeführt
Um zu eruieren, wie es um die 2.300 Quadratmeter große Asphaltfläche tatsächlich bestellt ist, ließ die besorgte Baustadträtin vorletzte Woche von der bautechnischen Versuchsanstalt Probebohrungen vornehmen. Noch in dieser Woche soll das Ergebnis der Begutachtung vorliegen. Dann werde man mit den zuständigen Firmen in Verhandlungen treten und entscheiden, was zu machen ist. Es gebe mehrere Varianten, eine Option wäre "eine Neuasphaltierung mit dem richtigen Bindemittel".

Reifenspuren und eingeritzte Hakenkreuze
Der luxuriöse Straßenbelag wurde unter Schmidts Vorgänger, dem jetzigen Sozialstadtrat Martin Panosch (SPÖ), angebracht. Schon zwei Wochen nach der Fertigstellung entfachten sichtbare Reifenspuren und mutwillig eingeritzte Hakenkreuze hitzige Debatten. Eine Reinigungsaktion wurde gestartet. Über den Winter seien die Reifenspuren witterungsbedingt verblasst, hieß es damals aus dem Bauressort. Deshalb sei auf eine Abfräsung verzichtet worden. Im Juli 2007 zeigte sich Panosch zufrieden mit der Farbe und Beschaffenheit des Asphaltes.

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