Do, 23. November 2017

Nach Unwettern

07.08.2009 09:25

Bauern kommen mit „blauem Auge“ davon

„Die Ernte ist mengenmäßig in Ordnung, die Preise sind im Keller, die Stimmung unter den Bauern ist nicht gut“, bringt es Hannes Herndl, Präsident der oberösterreichische Landwirtschaftskammer, auf den Punkt. Trotz verheerender Unwetter mit 16 Millionen Euro Kultur-Schäden sind die Landwirte mit einem blauen Auge davongekommen.

„Wir hatten bis jetzt schon Niederschlagsmengen, wie es sie sonst im ganzen Jahr gibt“, so Pflanzenbau-Experte Christian Krumphuber. Auffällig ist, dass die Sojabohnen-Produktion in die Höhe schießt. 31.000 Tonnen Ernte bedeuten ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2008. Dafür geht der Anbau von Mais ständig zurück. „Die Qualität ist heuer aber sehr gut, wo es keinen Hagel gegeben hat“, erklärt Krumphuber, der in Oberösterreich mit 500.000 Tonnen Körnermaisernte rechnet. „Bei uns hat der Hagel den Mais geknickt. Wir müssen ihn einackern“, sagt allerdings Franz Wimmer (40) aus Munderfing.

Die Qualität ist allgemein in Ordnung, nur beim Weizen, der ohnehin zu 95 Prozent für Futter- und Industriezwecke verwendet wird, schaut’s schlecht aus. Der Brotweizen ist heuer zum Großteil für die Mühlen zu schlecht. Allerdings kaufen beispielsweise italienische Müller diesen Weizen, vermahlen ihn und verkaufen das Mehl nach Nordafrika. „Wer in Tunesien Urlaub macht, isst vielleicht Brot, das aus unserem Mehl gemacht wurde“, sagt Herndl. Der Landwirtschaftskammer-Präsident fordert wieder den Aufbau staatlicher Getreidelager, um Missernten vorzubeugen und Überschüsse unterzubringen.

Im Bild: Hagelopfer Fritz Wimmer

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