So, 19. November 2017

Kühne Idee

07.08.2009 08:47

Bill Gates will Hurrikans eine Abkühlung verpassen

Seit Bill Gates beim Softwareriesen Microsoft nicht mehr das Ruder in der Hand hält, investiert der reichste Mann der Welt Millionen in teils skurrile Forschungsprojekte wie antivirale Tomaten, einen Schnupfenvirus für Moskitos oder laserunterstütze Impfungen. Doch der Microsoft-Gründer hat noch Größeres vor: Zusammen mit elf weiteren Partnern hat Gates Pläne zum Patent angemeldet, um Hurrikans abzukühlen und so beispielsweise Naturkatastrophen wie im August 2005, als Hurrikan Katrina New Orleans zerstörte, zu verhindern.

Hurrikans entstehen zumeist im Spätsommer über tropischen Meeren, wenn die Wassertemperaturen die 26-Grad-Marke übersteigen. Die warmen Wassermassen verdunsten und steigen nach oben, wo sie schließlich kondensieren, während an der Wasseroberfläche von den Seiten nachströmende Luft angesaugt wird. Ein Wirbel entsteht, der Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreichen kann.

Gates' Pläne sehen nun vor, mittels mobiler Pumpen kaltes Wasser aus den Tiefen des Ozeans an die Meeresoberfläche zu befördern, um diese abzukühlen. Eine solche Kühlung könnte Hurrikans – zumindest theoretisch – bremsen. Der Aufwand, der betrieben werden müsste, um die gewaltigen Wassermassen umzuwälzen und die oftmals mehrere hundert Kilometer im Durchmesser großen Wirbelstürme zu besänftigen, wäre allerdings enorm, sind sich Wissenschaftler einig.

"Die Idee ist wissenschaftlich plausibel, ich glaube aber nicht, dass sie sich umsetzen lässt. Der logistische Aufwand erscheint mir zu groß", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Kieler Meereswissenschaftler Mojib Latif. Frank Marks, Direktor des amerikanischen Hurricane Center, hält Gates' Idee für "plausibel, vielleicht möglich". Aber zu beurteilen, ob es realistisch ist, sei nicht seine Aufgabe, sagte er der "Huffington Post".

Gates selbst nennt in seinem nun beim US-Patentamt eingereichten Plan keine technischen Details zur Umsetzung und Machbarkeit. Mit dem Patent wollen sich der Milliardär und seine Partner in erster Linie mögliche Lizenzgebühren sichern, sollte jemand die Idee kommerziell nutzen wollen. Insbesondere Versicherungen, die bisweilen für die durch Hurrikans entstandenen Milliardenschäden aufkommen, könnten von der "Hurrikan-Kühlung" profitieren.

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