Di, 12. Dezember 2017

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04.08.2009 10:02

Von Ghana an das Obus-Lenkrad

Seit Dezember lenkt Sully Razak (rechts im Bild) aus Ghana einen Stadt-Obus. Der Elektriker hat ewig davon geträumt, mit so einem Gefährt durch die Stadt zu kurven. Längst sind die Lenker eine internationale Familie: auch Nasrallah Mehrez (Tunesien - ganz links) und Biswakarma Krishna (Nepal - Zweiter von rechts) chauffieren die Salzburger mit dem Obus.

"Rassismus", sagt Sully Razak (48), "gibt’s bei uns in der Firma nicht." Schon seit 1991 ist der gelernte Elektriker in Österreich, geflüchtet einst aus politischen Motiven. Nur an seine erste Obus-Fahrt kurz vor Weihnachten 2008 muss er noch öfters denken: "Es hat geschneit, und wie ich zur Umkehr in der Birkensiedlung gekommen bin, war ich deshalb ein paar Minuten später dran." Der Kommentar des grimmigen Fahrgasts: "Weißt du nicht wie spät es ist? Wir sind ja nicht in Afrika!"

Eine absolute Ausnahme, sagt Sully Razak, der als Musiker gerade eine CD aufnimmt: "Ich liebe meine älteren Fahrgäste, sie sind wahnsinnig nett und kennen mich natürlich schon."

Viel Hilfe von Österreichern
Von den 238 Busfahrern haben 76 Migrationshintergrund, weiß Stadtbus-Chef Gunter Mackinger (Zweiter von links im Bild): "Es gibt nicht die geringsten Schwierigkeiten." Nasrallah Mehrez (52) aus Tunesien ist schon ein "alter Hase": "Ich wollte 1987, mit 30 Jahren, nur weg aus Tunesien. Ich habe bei meinem Start hier viel Hilfe von Österreichern bekommen."

Mehr Respekt
Ab 1991 verdiente er als Fernfahrer sein Geld, seit sieben Jahren sitzt er schon am Obus-Lenkrad: "Ich würd’ mir mehr Respekt von den Autofahrern wünschen", sagt er: "Gerade jetzt in der Festspielzeit."

Von Tirol über Hallein in den Obus
Erst seit 7. April dreht Biswakarma Krishna (33) das Obus-Lenkrad. Nach der Hotelfachschule in Tirol fuhr der Nepalese Taxi in Hallein. Leider führt in der Bayerhamerstraße keine Linie vorbei – dort hat nämlich sein Bruder ein Lokal, den "Himalaya-Treff"…

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on Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
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