Di, 17. Oktober 2017

Unwetter-Folgen

04.08.2009 10:37

Unwetteropfer nach Sturz in Lebensgefahr

„Jetzt ist’s Zeit, dass Ruhe wird!“, bringt es Herbert Huber, Bürgermeister von St. Pantaleon, auf den Punkt. Nach dem neuerlichen Unwetter ist in seiner Gemeinde fast kein Haus unbeschädigt. Verteilt übers Land gab es Hagel, Regen und Muren. Und in Pabneukirchen schwebt ein 47-jähriges Unwetteropfer in akuter Lebensgefahr!

Bei seinem Stall wollte Josef P. das Dach reparieren, rutschte von der Leiter und stürzte vier Meter auf den Betonboden. Seine Frau eilte ihm zu Hilfe – Rettungsheli „C 10“ flog den Mühlviertler Bauern ins Linzer Allgemeine Krankenhaus, wo er jetzt auf der Intensivstation liegt.

Sturm und Regen machten Probleme
„Es war die Kombination aus Sturm und Regen, die Probleme machte“, so Alois Wengler, Bezirksfeuerwehrkommandant von Braunau: Bis zu 88 km/h starke Böen hatten Hunderte Häuser abgedeckt, die nach dem Unwetter von vergangener Woche nur notdürftig zugeplant waren. Wieder regnete es hinein. „Die Feuerwehren tun, was sie können“, sagt Unwetteropfer Georg Hennermann aus St. Pantaleon.

Muren im Innviertel und im Salzkammergut
Im flachen Innviertel hat das Unwetter kleine Muren ausgelöst – im Salzkammergut verschüttete bei Gosau eine 300 Meter breite Mure die Gosauer Landesstraße. Fünf geparkte Autos wurden halb verschüttet. Und auf den Bergen lag der Hagel zehn Zentimeter hoch. Zwei der 2.500 Blitze über Oberösterreich schlugen auch ein: In Eschenau konnten Bewohner einen Stadl selbst löschen, in Lambrechten rückten zwölf Feuerwehren aus. „In zwei Minuten stand die Scheune in Vollbrand. Wir konnten aber die eingestellten Tiere und die anderen Gebäude retten“, so Einsatzleiter Karl Wimmer.

Schwangere stürzt vom Kutschbock
In Franking im Bezirk Braunau ist eine 31-jährige, hochschwangere Frau vom Kutschbock gestürzt, als eine heftige Windböe das Gefährt umblies. Die Schwangere, die die Kutsche gelenkt hatte, wurde bei dem Unglück verletzt.

Interview mit Hagelopfer Georg Hennermann
Im Vorjahr hatten „Emma“ und „Paula“ gewütet, nun trafen zweimal Hagel-Stürme den 67-jährigen Georg Hennermann in St. Pantaleon.

Jetzt hat das Wetter wieder zugeschlagen.
Hennermann:
„Man hat schon ein mulmiges Gefühl, wenn man zum Himmel schaut. In jener Nacht hätt’s gar nichts gemacht, wenn’s nur geregnet hätte. Dann hätten die Planen gehalten. Aber der Sturm hat die Planen geholt. Dann hat’s um die 30 Liter geregnet, alles mitten in die Gebäude. Am 23. Juli hat’s ja alle Dächer zerschossen.“

Wann kommt denn der Dachdecker?
Hennermann: In den nächsten Tagen haben wir den Termin. Bis dahin hoffen wir, dass kein Sturm mehr kommt. Die Feuerwehr hat jetzt wieder alles mit Planen abgedeckt. Das Heu soll nicht noch nasser werden.“

Wegen der Gefahr der Selbstentzündung?
Hennermann: „Auch. Aber es ist auch das Futter für unsere 25 Milchkühe, und wir haben insgesamt 50 Stück Vieh. Die Qualität wird immer schlechter. Heuer schaut’s nicht gut aus.“

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