So, 19. November 2017

Heftiges Unwetter

24.07.2009 11:56

Schwere Schäden durch Sturm, Regen und Hagel

Heftige Windböen, Starkregen und Hagelschlag sind am Donnerstagabend von Salzburg über Oberösterreich bis nach Niederösterreich und Wien gezogen und haben schwere Schäden angerichtet. In Oberösterreich entstand ein Schaden von etwa zehn Millionen Euro. Tausende Feuerwehrleute mussten am Donnerstagabend und in der Nacht Straßen frei räumen, Keller leerpumpen oder Häuser provisorisch abdecken. Hagelkörner durchlöcherten Hausdächer, Äste wurden abgerissen, Bäume entwurzelt und Keller überflutet. Zentrum der Unwetter war der Bezirk Braunau.

Auf einer Fläche von 70 Quadratkilometern wurden allein im Bezirk Braunau Hunderte Dächer beschädigt und oft auch durchlöchert, Fenster zerbrachen. In der Gemeinde Munderfing waren 115 Gebäude betroffen. Drei Personen mussten ins Spital, weil sie von faustgroßen Hagelkörnern getroffen worden waren. In Frankenburg im Bezirk Vöcklabruck wurde die erst vier Wochen alte Fassade des Gemeindeamts vom Hagel durchlöchert.

Verkehr teilweise lahmgelegt
Der ÖAMTC berichtete von zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Im Großraum Linz erschwerten umgestürzte Bäume auf der Fahrbahn der Autobahn A1 zwischen Allhaming und Sattledt und auf der A25 zwischen Weißkirchen und Knoten Haid das Durchkommen. Die B3, die Donaubundesstraße, musste zwischen Steyregg und Langenstein überhaupt gesperrt werden. Das Gewitter sorgte auch für mehrere Stromausfälle in Straßentunnels - so musste die Umfahrung Schwanenstadt gesperrt werden.

Feuerwehrmann im Einsatz verletzt
Bei einem Gasthaus in Feldkirchen bei Mattighofen hatten faustgroße Hagelkörner das Dach durchlöchert. Ein 51-jähriger Feuerwehrmann war gerade dabei, das Dach mit einer Plane abzudecken, als das Eternit gegen 1.30 Uhr unter ihm nachgab. Der Helfer stürzte nach Angaben der Oberösterreichischen Sicherheitsdirektion vier bis fünf Meter nach unten auf einen Betonboden. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus Braunau gebracht.

Etwa zehn Millionen Euro Schaden
4.500 Feuerwehrleute standen im Einsatz, am Freitagvormittag waren es immer noch mehr als 600. Rund 9.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Die Hagelversicherung rechnet mit etwa 3.500 Schadensmeldungen. Etwa 40.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche dürften betroffen sein. Auch bei Gärtnereien und Baumschulen gibt es massive Schäden. Insgesamt dürften zehn der österreichweit erwarteten 15 Millionen an Schäden in Oberösterreich zu beklagen sein. Im Laufe des Vormittags stieg die Zahl laufend, weil viele Leute erst in der Früh Schäden an ihren Häusern entdeckten, hieß es beim Landesfeuerwehrkommando: "Den Feuerwehren dürfte noch ein arbeitsreiches Wochenende bevorstehen".

9.000 Haushalte ohne Strom
Auch zahlreiche Stromleitungen wurden durch umstürzende Bäume beschädigt. Insgesamt 9.000 Haushalte - 6.000 Kunden der Linz AG und rund 3.000 der Energie AG - waren zeitweise ohne Strom, etliche auch noch am Vormittag. Am Linzer Pichlingersee ist in den kommenden Tagen nur eingeschränkter Badebetrieb möglich, weil in den Bäumen zahlreiche lockere Äste hängen und die Zufahrtstraße blockiert ist. Die Linz AG empfiehlt Besuchern, den Baumbestand zu meiden und auf offene Flächen auszuweichen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden