Fr, 17. November 2017

Playback-Show

23.07.2009 11:24

Lauer Auftritt von Lady Gaga in Wien

Mit ihrem im Vorjahr erschienenen Debütalbum "The Fame" und der Single "Poker Face" dominiert die New Yorker Popsirene Lady Gaga seit Monaten die internationalen Charts. Am Mittwochabend hat die 23-Jährige mit dem schrillen Outfit, die von manchen schon als die legitime Nachfolgerin von Madonna gesehen bzw. als die "Zukunft des Pop" bezeichnet wird, im Zuge ihrer Tournee im ausverkauften Wiener Gasometer gastiert - vor 3.000 überwiegend weiblichen und in der Mehrzahl recht jungen Fans.

Als Vorband versuchte sich die aus Los Angeles stammende Formation Hyper Crush als Anheizer für Lady Gaga. Doch die Mischung aus Hip-Hop und Electronica und Songs wie "Sex And Drugs" oder "Diskotron" überzeugten das Publikum im Gasometer nicht wirklich. Dann hieß es für die Fans bei öder Diskomusik-Beschallung fast eine Stunde lange warten, denn der zweite Support-Act, den der englische Sänger und Songwriter Gary Go hätte bestreiten sollen, war kurzfristig abgesagt worden.

Bilder der Show in der Infobox!

Um 21.35 Uhr war es dann so weit. Zuerst erschien Lady Gaga in einem Filmchen mit dem Titel "Who Shot Candy Warhol" auf der Leinwand, um wenig später als Discokugel verkleidet im Bühnennebel aufzutauchen. Zu Playback und harten Elektro-Discopop-Klängen eröffnete die 23-jährige New Yorkerin ihren Auftritt mit den Single-Hits "Paparazzi" und "Love Game". Ein kurzer Ausflug in die Welt des Musicals ("Willkommen, bienvenue, welcome…" aus "Cabaret") folgte, bevor erstmals die dreiköpfige Begleitband von Stefani Joanne Angelina Germanotta (so der bürgerliche Name Lady Gagas) auf der Bühne erschien.

Playback-Elektro-Discopop
Was nichts daran änderte, dass die Musik - stampfender und ziemlich einfach gestrickter Disco-Sound - weiterhin zum überwiegenden Teil aus der Konserve kam. Immer wieder war Lady Gagas Gesang zu hören, auch wenn sie selbst auf der Bühne gar nicht sang. Nach "Beautiful, Dirty, Rich" und einem weiteren Filmchen ("The Brain") im Warhol-Stil folgte der Titelsong des Debütalbums. "Es ist so aufregend, nach Wien zu kommen", streute Lady Gaga - inzwischen in neuem Outfit - dann dem Publikum im Gasometer Rosen. Zu hören gab es auch noch die Single "Just Dance" und den Sabrina-Hit aus den 80er-Jahren "Boys, Boys, Boys".

Viel nackte Haut und schrilles Outfit
Die Fans bejubelten viel nackte Haut und exzentrische, schrille Outfits, musikalisch hatte die Disco-Queen aber - außer Lautstärke - wenig zu bieten. Dass sie möglicherweise mehr kann, bewies Lady Gaga gegen Ende ihres Sets beim Song "Brown Eyes", bei dem sie sich am Piano begleitete. Mit einer zehnminütigen Version ihres Hits "Poker Face" endete schließlich um 22.45 Uhr der Auftritt der wohl zurzeit schrillsten Blondine im Pop-Business.

Fazit: Drei Kostümwechsel, bei denen die Zuschauer kurze Videofilme von und mit Lady Gaga sahen, ein Konzert, das gerade einmal 70 Minuten (nur elf Songs!) dauerte, und keine einzige Zugabe - klar, dass es bei etlichen Fans lange Gesichter gab. Die Senkrechtstarterin präsentierte zwar viel Haut und Po sowie heiße Outfits, so wirklich neu ist das alles aber nicht. Madonna braucht sich noch keine Sorgen um ihren Thron machen. Und auch von der "Zukunft des Pop" ist noch weit und breit nichts zu sehen...

von Wilhelm Eder
Fotos: Andreas Graf

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