Sa, 18. November 2017

„Reichlich Beweise“

15.07.2009 15:53

Polizei ermittelt wegen Mordes gegen Leibarzt

Die Polizei von Los Angeles ermittelt nach dem unerwarteten Tod Michael Jacksons nach einem Bericht der Promi-Website TMZ.com wegen Mordes und konzentriert sich dabei auf den Leibarzt des Popstars, Conrad Murray (kleines Foto)! Wie der für gut informiert geltende Internetdienst am Mittwoch unter Berufung auf "mehrere Quellen" bei den Behörden berichtete, deute die Beweislage darauf hin, dass das Anästhetikum Propofol die Hauptursache von Jacksons Tod war. Es gebe "reichlich starke Beweise" dafür, dass Murray derjenige gewesen sei, der dem Sänger den unter dem Markennamen Diprivan bekannten Wirkstoff verabreicht habe. Propofol bzw. Diprivan darf normalerweise nur von Anästhesisten in Spitälern verabreicht werden.

Die Polizei von Los Angeles will die Untersuchung des Todes allerdings nicht als Ermittlung wegen Totschlags einstufen. "Es ist die Untersuchung eines Todesfalls", sagte Polizeisprecherin Amanda Betat am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Mehr könne sie zu der Angelegenheit nicht sagen.

Vor einer Woche aber hatte der Polizei-Chef von Los Angeles, William Bratton, nicht ausgeschlossen, dass der Popstar ermordet wurde. Das Rätselraten um die Todesursache könnte spätestens in einer Woche vorbei sein, ergänzte die "New York Daily News" am Mittwoch. Demnach erwartet der zuständige Gerichtsmediziner in Los Angeles, Ed Winter, die letzten Ergebnisse der toxikologischen Testreihen noch in diesen Tagen oder Anfang kommender Woche. Die ersten Resultate lägen bereits vor, sagte Winter zu den Laboruntersuchungen. Sie sollen klären, welche Medikamente der "King of Pop" bei seinem Tod durch Herzversagen im Körper hatte.

Die Polizei war bei ihrer Hausdurchsuchung auf Propofol, Geräte für intravenöse Injektionen und einen Sauerstofftank gestoßen. Die Ermittler forschen, aus welchen Apotheken die Propofol-Vorräte stammen. Da jede Flasche mit einer Seriennummer versehen ist, hoffen sie, dem verschreibenden Arzt auf die Spur zu kommen.

30 Minuten bis zum Notruf
Verdächtig kommt den Ermittlern zudem vor, dass der Leibarzt 20 Minuten von Jacksons Kollaps bis zum Notruf verstreichen ließ. Da Murray die Adresse des von Jackson gemieteten Hauses nicht bekannt war, vergingen am Ende 30 Minuten, bis die Notrufzentrale über den Ruf 911 alarmiert und um sofortige Hilfe gebeten wurde, schreibt der Internetdienst.

Jacksons Familie hatte nach dem Tod des 50-Jährigen "unbeantwortete Fragen" über Murrays Rolle in den letzten Stunden des "King of Pop" bemängelt. Die Anwälte des 51-jährigen Arztes erklärten jedoch, ihr Mandant sei von allen Vorwürfen entlastet worden. Laut TMZ.com führte die Polizei von Los Angeles über den Fall Jackson bereits mehrere informelle Gespräche mit der Staatsanwaltschaft.

Dermatologe muss weitere Unterlagen aushändigen
Inzwischen hat Jacksons langjähriger Hautarzt und Freund Arnold Klein vom Gerichtsmediziner eine zweite Vorladung erhalten. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" soll Klein wichtige Unterlagen aus der Krankenakte des Sängers herausgeben, die er vorher zurückgehalten hatte (siehe Infobox). "Weitere medizinische Aufzeichnungen" seien für die Nachforschungen zu den Todesumständen des Popstars notwendig, sagte Craig Harvey von der Gerichtsmedizin der Zeitung. Klein hatte zuletzt in Interviews erklärt, er habe seinem Patienten Beruhigungsmittel verabreicht. Er habe Jackson aber nie eine unnötig hohe Dosis gegeben.

Murray teilte am Dienstag durch seinen Anwalt mit, dass er nie Kontakt zu Klein hatte. "Er hat ihn nie getroffen, er hatte keinen Kontakt zu ihm, und er hat sich nie mit ihm über Michael Jackson unterhalten", sagte Anwalt Ed Chernoff über den Arzt. Die Polizei hat mindestens fünf Mediziner ins Visier genommen, die Jackson behandelt und ihm Medikamente verschrieben haben.

Geschwister schritten wegen Medikamentenkonsums ein
Die Geschwister des verstorbenen Popstars Michael Jackson haben den Sänger offenbar wegen seines Medikamentkonsums zur Rede gestellt. Beunruhigt von Berichten über die Abhängigkeit ihres Bruders von verschreibungspflichtigen Medikamenten habe er den Sänger gemeinsam mit seinen Geschwistern in dessen Neverland-Ranch aufgesucht, sagte Tito Jackson dem "Daily Mirror" von Mittwoch. "Wir mussten etwas tun", fügte der Bruder des Popstars hinzu. Gemeinsam mit seinen Schwestern Janet, Rebbie und La Toya sowie seinen Brüdern Jackie und Randy seien sie regelrecht in die Villa hineingestürmt und hätten Michael in einem seiner Privatgemächer zur Rede gestellt. "Einige von uns haben geweint."

Michael habe ihnen jedoch versichert, dass die Berichte über seine Medikamentenabhängigkeit unwahr seien, sagte Tito Jackson der Zeitung. "Er sagte uns, wir hätten überreagiert." Demnach versicherte auch ein Arzt des Popstars den Geschwistern, dass Jackson nicht abhängig von Medikamenten sei. In dem Bericht wird keine Angabe zu dem Zeitpunkt der Unterredung gemacht. Weitere Gesprächsversuche seien von dem Sicherheitsteam des Sängers verhindert worden, sagte Tito Jackson.

Michael Jackson war am 25. Juni überraschend nach einem Herzstillstand in Los Angeles gestorben. Seitdem reißen die Spekulationen um seinen Gesundheitszustand und den Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht ab.

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