Sa, 18. November 2017

Aktion scharf

11.07.2009 09:10

Polizei sagt Einbrechern den Kampf an

Im Kampf gegen die steigende Einbruchskriminalität in der Stadt Salzburg wird die Polizei ab sofort verstärkt kriminal- und sicherheitspolizeiliche Kontrollen durchführen. Die vorerst für zwei Monate anberaumte Schwerpunktaktion "Argus 2009" soll potenzielle Täter abschrecken und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung steigern, erklärte am Freitag Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler.

In Salzburg vergeht derzeit keine Nacht ohne Einbrüche. Im Visier der Täter stehen vor allem Firmen und Geschäftslokale. Der Norden der Stadt und die Gegend um den Hauptbahnhof sind beliebte Einbruchsziele. Der im "grünen Bereich" liegende Durchschnitt von sieben bis zwölf Einbrüchen in der Woche wurde zum Teil weit überschritten. "Wir verzeichneten in den letzten Wochen einen Anstieg. Der Spitzenwert liegt bei wöchentlich 25 Delikten", erklärte Oberst Lindenthaler.

Kontrollen an unterschiedlichen Standorten
Deshalb will die Exekutive mehr Präsenz zeigen. Im Schnitt sind 18 Polizisten - je zwei Beamte der insgesamt neun städtischen Dienststellen - mit der Schwerpunktaktion betraut. Kontrolliert wird hauptsächlich untertags zu unterschiedlichen Zeiten und an wechselnden Standorten.

Neuralgische Punkte im Visier
Die Polizeistreifen positionieren sich an neuralgischen Punkten und beobachten auch den von der Autobahn über die städtischen Einfahrtsrouten kommenden Verkehr. Verdächtige Fahrzeuglenker werden unter die Lupe genommen. "Wir reagieren damit auf die hohe Mobilität der Tätergruppen und sind für unser Gegenüber nicht vorher berechenbar", so der Stadtpolizeikommandant. Bei den Einbrechern, die zuletzt ihr Unwesen trieben, dürfte es sich laut Lindenthaler vorwiegend um Ausländer handeln.

Verstärkte Kontrollen auch außerhalb der Stadt
Die Aktion "Argus 2009" gilt als Phase eins des verstärkten Polizeieinsatzes. Auch in den Salzburger Bezirken soll parallel dazu verstärkt kontrolliert werden. Möglicherweise wird im Herbst eine zweite Schwerpunktaktion folgen, hieß es.

Bis jetzt 288 Einbrüche
Laut Kriminalstatistik wurde zwischen Jänner und Mai in Stadt Salzburg in 146 Büro- und Geschäftsräume (Vergleichszeitraum 2008: 108 Einbrüche) eingebrochen. 17,8 Prozent der Fälle konnten geklärt werden. Ein Rückgang wurde hingegen bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern verzeichnet. 2009 zählte man von Jänner und bis Mai 133 Einbrüche, im Vorjahr 179. Insgesamt kam es in diesem Zeitraum in der Stadt zu 288 Einbrüchen (Vorjahr: 304).

Aufklärungsquote stabil
Auch im ganzen Land wurde mit bisher 595 Einbrüchen insgesamt ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr 2008 (602) registriert. "Auch die Aufklärungsquote ist mit 15 bis 18 Prozent annähernd stabil", sagte Hermann Rechberger von der Sicherheitsdirektion. Die Schwerpunktkontrollen bei Wohnungen und Einfamilienhäusern in den vergangenen Monaten hätten die Täter abgeschreckt. Allerdings sei dadurch womöglich ein Verdrängungseffekt entstanden, meinte Rechberger. Die Einbrecher versuchten ihr Glück in Büro- und Geschäftsgebäuden, wo sie gerade am Wochenende länger ungestört ans Werk gehen können.
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