So, 19. November 2017

Prügelattacke

08.07.2009 08:55

Tätersuche im Freundeskreis des Justizopfers

Nach dem brutalen Überfall mit Eisenstangen auf das 35-jährige Justizopfer Peter H. in dessen Haus in Ohlsdorf glaubt die Polizei inzwischen an eine „Abreibung“ im „Freundeskreis“. Motiv könnte Geld oder eine Frauengeschichte sein. Inzwischen musste der Verletzte wegen falsch dosierter Medikamente wieder ins Krankenhaus.

Zwei verschriebene Arzneimittel waren offenbar vertauscht worden, und H. wurde kurz bewusstlos. Es besteht aber keine Gefahr. Inzwischen befragte die Polizei Gmunden erneut jenen 22-jährigen Freund des Opfers, der beim Überfall ebenfalls im Haus und auch verprügelt worden war. „Es gibt widersprüchliche Aussagen. Zuerst war von Ausländern die Rede, dann sprachen die Angreifer plötzlich einheimischen Dialekt“, sagt Sicherheitsdirektor Alois Lißl.

Auch dass es sich um eine Einschüchterung wegen jenes Prozesses gegen zwei ehemalige Kronzeugen handelt, die 1993 H. falsch beschuldigt hatten und jetzt dafür in Salzburg vorm Kadi stehen ist weiter denkbar. Heidegger war am Tag genau 16 Jahre nach dem Mord – für den er schuldlos acht Jahre in Haft saß und dafür 950.000 Euro Entschädigung bekam – im Schlaf überfallen worden.

Verhandlung wegen Falschaussage
Ob der Überfall auf den 35-Jährigen in seinem Haus in Ohlsdorf im Bezirk Gmunden in Zusammenhang mit dem Prozess steht, ist noch unklar. Er fand jedenfalls auf den Tag genau 16 Jahre nach dem Raubmord an der Taxifahrerin statt. Damals hatten die jetzt wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage angeklagten Pakistani (58 und 61 Jahre alt) vor der Polizei und auch im Prozess gegen Peter H. behauptet: „Ja, er war der Mann, den wir nach der Tat im Auto mitgenommen haben.“ Über acht Jahre Haft brachte H. diese Aussage ein. Zu Unrecht, wie sich erst in einem neuen Prozess 2003 herausstellte. Aber auch jetzt bleiben sie dabei: „Wir sind unschuldig. Wir haben nicht falsch ausgesagt.“

Vater des Mordopfers beobachtet Prozess
Ständiger Prozessbeobachter war auch diesmal Helmut Deubler, der 69-jährige Vater des Mordopfers. Er sagte Dienstag als Zeuge: „Das alles belastet mich sehr. Aber ich will sehen, wie die Justiz diesmal mit dem Fall umgeht.“ In den nächsten Tagen kommen noch einmal die ermittelnden Kriminalisten zu Wort. Urteil: frühestens Mitte Juli.

Kronen Zeitung
Archivbild

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