Di, 12. Dezember 2017

"Fahnder" ermitteln

06.07.2009 14:24

Wettbewerbsbehörde prüft Salzburger Spritpreise

Der Preiskampf unter Salzburger Tankstellen setzt sich auch diese Woche fort. Auslöser war vor einer Woche die Eröffnung von Diskont-Tankstellen bei drei Hofer-Märkten. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat die Preisgestaltung der betroffenen Tankstellen bereits überprüft. Eine erste Auswertung hat aber ergeben, dass "eine vertiefte Untersuchung notwendig ist", hieß es am Montag. Mittlerweile kommen viele Tanktouristen nach Salzburg.

So massiv wie am Montag vor einer Woche gestaltete sich die Preisschlacht aber nicht mehr. Damals verkauften die großen Mineralölkonzerne an einigen Tankstellen den Liter Diesel um knapp über 50 Cent, den Liter Benzin oder Super um rund 60 Cent. Sie unterboten damit die Preise des neuen Billigbieters "Free Energy (FE) Trading GmbH", der mit Hofer kooperiert.

Friesacher zufrieden
Montagmittag boten die "Hofer-Tankstellen" Diesel um 0,824 Euro an, Benzin und Super gab es um 0,894 Euro. Und wieder zogen Tankstellen wie die "Jet" und "Shell" an der Innsbrucker- und Münchener Bundesstraße nach. Seine Ansage, um zwei Cent billiger als die anderen zu sein, konnte Markus Friesacher, Geschäftsführer der FE Trading, erneut nicht erfüllen. Allerdings zeigte er sich nach wie vor zufrieden mit der Kundenfrequenz. Jetzt würden auch viele Urlauber und Österreicher aus anderen Bundesländern die Tankstellen anfahren, so der Unternehmer.

Auch die Konkurrenz kann sich über auswärtige Kunden freuen. Am vergangenen Samstag wie auch am Montag bevölkerten Urlauber, die von München hereinkamen, sowie auswärtige Geschäftsleute Salzburger Tankstellen, wie Günther Frühwirth vom Salzburger Automobil-Club ARBÖ erklärte. Hinter der Grenze, im bayerischen Freilassing, koste der Liter Diesel auf einer freien Tankstelle immerhin 1,12 Euro.

"Fahnder" nahmen Arbeit auf
Außerhalb der großen Einfahrtsstraßen und der Umgebung der "Hofer"-Tankstellen lag der Treibstoff auch in Salzburg um 30 Cent höher. Ob mit der Preisschlacht gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen wird, ermittelt nun die Bundeswettbewerbsbehörde. Ihre "Fahnder" haben bereits in die Unterlagen Einsicht genommen und zahlreiche Dokumente sichergestellt.

Einige Mineralölunternehmen müssen jetzt detaillierte Angaben zu den Geschehnissen rund um die Treibstoffpreisgestaltung nachliefern. "Mit einer Antwort ist noch in der zweiten Julihälfte zu rechnen. Danach werden die Ergebnisse bewertet", sagte BWB-Sprecher Stefan Keznickl. Aufgabe der Bundeswettbewerbsbehörde ist die Sicherstellung eines freien und fairen Wettbewerbs.

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