Sa, 16. Dezember 2017

"Ja" zu Feriendorf

02.07.2009 17:28

Bürgermeister ließ die Bewohner mitreden

Die Gemeinde Niedernsill (Pinzgau) hat ihre Bürger über ein neues Feriendorf mit 300 Betten abstimmen lassen. 120 machten mit, 80 Prozent waren dafür. Jetzt liegt es an den Behörden, die weiteren Schritte zu machen und vor allem reine Zweitwohnsitze zu verhindern.

Die Visionen der Niedernsiller gibt es auch schon auf einem Plan von Architekt Christoph Aigner: Zwischen Mittersiller Bundesstraße und Salzach schmiegt sich das Feriendorf mit lauter kleinen Bungalows, ein Großbeherbungsbetrieb mit 300 Gästebetten. Bis jetzt ist das nur ein Vorschlag, er wird in den nächsten Monaten noch von den Behörden und vom Land unter die Lupe genommen.

Doping für die Wirtschaft
Für die Niedernsiller ist es aber die Hoffnung, wieder zu alter touristischer Stärke zurückzufinden. "Die Nächtigungszahlen sind von zirka 145.000 auf 76.000 gefallen. Wir hatten einmal 1.500 Gästebetten, jetzt sind es nur noch 760", weiß Bürgermeister Günther Brennsteiner von der  ÖVP. Das Feriendorf ist also Doping für die Wirtschaft und der Silberstreif am finanziellen Horizont für die Gemeinde im Oberpinzgau, darin sind sich ÖVP und SPÖ einig und wollen es auch bleiben.

"Trotzdem wollten wir die Niedernsiller mitreden lassen. Dass 80 Prozent dafür sind, ist ein Auftrag für uns, alles weitere in die Wege zu leiten. Es ist ja noch sehr viel zu tun", sagt Gemeinderat Hans-Georg Wallner (SPÖ) der "Krone".

Zweitwohnsitze will niemand haben
Geplant sind 50 kleine Einheiten mit 300 zusätzlichen Gästebetten, praktisch ein Dorf im Dorf. Ein Haus soll zwei Appartements für eine Kleinfamilie beinhalten. Das ist eine Struktur, die für Zweitwohnsitze wie geschaffen wäre, was andere Pinzgauer Gemeinden leidvoll erfahren mussten. Doch da sind die Niedernsiller auf der Hut: "Das wollen wir unter keinen Umständen!", so wehren sich ÖVP und SPÖ in der Gemeindevertretung und haben sich dafür sogar rechtlichen Beistand geholt.

Diese Frage, die zusätzliche Verkehrsbelastung, Infrastruktur-Lösungen und ähnliche Probleme müssen alle erst gelöst werden. Den Start in die aufgepeppte touristische Zukunft haben die Niedernsiller im Jahr 2012 vor ihrem geistigen Auge.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden