Di, 21. November 2017

„Skylink“-Desaster

30.06.2009 14:24

Flughafen AG stoppt Bau des neuen Terminals

Die börsenotierte Flughafen Wien AG setzt einen radikalen Schritt beim Desaster um die Terminalerweiterung "Skylink". Der Bau wird mit sofortiger Wirkung gestoppt. Außerdem steigt das Unternehmen aus allen Verträgen mit den am Bau beteiligten Firmen aus. Bis Ende September will die Flughafen Wien AG die Konditionen mit den Unternehmen neu verhandeln. Kommt es zu keiner Einigung, werden die Aufträge neu ausgeschrieben. Der Ausstieg aus den Verträgen kostet der Flughafen AG, deren Kernaktionäre die Stadt Wien und das Land Niederösterreich sind, bis zu 15 Millionen Euro.

Wie berichtet, hätte der neue Terminal ursprünglich 400 Millionen Euro kosten sollen. Zuletzt hatten sich die geschätzten Baukosten aber auf 830 Millionen Euro verdoppelt. Derzeit wird untersucht, ob es Unregelmäßigkeiten gegeben hat und wer die Verantwortung für die Kostenexplosion trägt.

Bisher sind Rohbau und Fassade sowie Teile der Haustechnik des Terminals und der neue 450 m lange Pier-Ost mit 17 Andockstationen fertig. Was fehlt, sind die gesamten Innenausbauarbeiten sowie Lüftung und Installationen.

"Skylink"-Bau liegt schon länger auf Eis
Bereits Ende April hatte Ernest Gabmann, der im Februar überraschend Christian Domany als Vorstand abgelöst hatte, "überall dort, wo es keine abgestimmten Planungsunterlagen" gab, eine "Bauunterbrechung" angeordnet. Seit einigen Wochen habe es "de facto keine ausführenden Arbeiten" mehr gegeben, bestätigte Projektleiter Norbert Steiner.

Grund für die Neuverhandlung der Verträge mit den 47 Firmen sind laut Steiner vor allem die galoppierenden sogenannten Baugemeinkosten, die für die Aufrechterhaltung der Baustelle anfallen - egal ob gebaut wird oder nicht. Derzeit entstehen dadurch Kostne vo 2 bis 2,5 Millionen Euro im Monat. Ab Herbst, wenn der "Skylink" nach der ursprünglichen Planung eigentlich fertig sein sollte, drohen diese Kosten auf schlimmstenfalls 8 Millionen Euro pro Monat oder 100 Millionen Euro im Jahr hinaufzuschnellen, so Steiner.

Abschluss der Arbeiten für Juli 2011 geplant
Demgegenüber stünden Kosten für den vorzeitigen Ausstieg aus den Verträgen von maximal 15 Millionen Euro. Laut Gabmann haben die 47 Firmen und rund 60 Konsulenten und Planer einen Brief erhalten, in dem sie um eine Endabrechnung der bisherigen Leistungen gebeten werden. Der Flughafen werde gleichzeitig eventuelle Mängel prüfen lassen, um diese - für den Fall, dass man sich mit einem Unternehmen nicht einigen könne - gegenzurechnen. Im Jänner sollen dann die Bauarbeiten fortgesetzt werden und - trotz des halbjährigen Baustopps - ohne Verzögerung im Juli 2011 beendet werden.

Bisher wurden am Flughafen rund 290 Millionen Euro verbaut und etwa 120 Millionen Euro für Planer und Konsulenten ausgegeben, rechnete Steiner vor. Was das Großprojekt letztlich kosten dürfte, wollte der zuständige Vorstand Gabmann nicht beziffern. "Es wäre unseriös, vor 30. September Zahlen zu nennen", sagte Gabmann. Dann werde man mit plus/minus zehn Prozent wissen, was das Projekt koste.

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