Do, 23. November 2017

Volks-Roboter?

29.06.2009 14:19

Archie soll „erschwinglicher“ Gefährte werden

Abseits von praktisch unbezahlbaren Hightech-Entwicklungen einerseits und serienmäßigem "Spielzeug" andererseits arbeiten Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Wien um Peter Kopacek seit mehreren Jahren an der Realisierung eines erschwinglichen, menschenähnlichen Roboters. Archie - so der Name - soll zu einem echten Gefährten für den Menschen werden und am Arbeitsplatz ebenso helfen können wie in der Freizeit. Das zu etwa 40 Prozent fertige Konzept wurde am Montag in Wien präsentiert.

Archie ist ein humanoider Roboter mit zwei Armen, zwei Beinen und einem Kopf. Die Größe entspricht etwa "einem durchschnittlichen europäischen Teenager im Alter von 14 Jahren". Dass die Maschine der menschlichen Gestalt nachempfunden ist, hat laut Kopacek mehrere Gründe. Ein Vorteil eines Zweibeiners gegenüber einer beräderten Maschine ist etwa die bessere Geländegängigkeit. Kopacek nannte aber auch "psychologische" Beweggründe: so würden humanoide Roboter eine ungleich größere Faszination auf Menschen ausüben als andere Geräte.

Robo-Butler für 20.000 Euro
Für seine Entwicklung in Kooperation mit der University of Manitoba in Kanada setzt Kopacek auf möglichst viele Standard-Teile, um die Kosten möglichst gering zu halten. In rund zwei Jahren, wenn auch die restlichen 60 Prozent von Archie verwirklicht sind, soll die Maschine nach vorsichtigen Schätzungen 15.000 bis 20.000 Euro kosten. Dafür soll er seinem Besitzer dann etwa ein Glas Wein bringen, "oder darauf hinweisen, dass der Arzt den Rotwein verboten hat und dafür ein Glas Cola als Alternative vorschlagen - mit oder ohne Eis", so Kopacek.

Derzeit ist Archie eher unpässlich. Er war kürzlich - für den Flug zerlegt - bei den Kollegen in Kanada und "hat jetzt vermutlich Jet-Lag", wie Kopacek die Unbeweglichkeit des Roboters bei der Vorführung kommentierte. Aber schon in ein paar Tagen soll Archie wieder ein paar Schritte selbsttätig laufen und auch beim derzeit stattfindenden Robo-Cup 2009 in Graz einen kurzen Auftritt haben.

Künftig in jedem Haus ein Roboter?
Die Wissenschaftler hoffen, dass Roboter in absehbarer Zeit ähnlich einschlagen werden wie in den vergangenen Jahrzehnten der PC. Dazu bedürfe es leistungsfähiger Konzepte zu einem erschwinglichen Preis. Jene Maschinen, die beispielsweise als Fußballroboter eingesetzt werden und fertig zu kaufen sind, bezeichnete Kopacek als "Spielzeug mit sehr eingeschränkten Möglichkeiten". Die größte Herausforderung dabei sei es, die Mängel der Hardware durch entsprechende Software auszugleichen.

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