Fr, 17. November 2017

Donauinselfest 2009

29.06.2009 14:07

Zwei Millionen Besucher trotzten dem Wetter

Schwüles Wetter, kurzzeitiger Sonnenschein, Donnergrollen und am Sonntagnachmittag auch Regen – wettermäßig hatte das Donauinselfest ordentlich Abwechslung zu bieten. Die Besucher ließen sich von den Wetterverhältnissen aber nicht abschrecken: Obwohl die 26. Auflage des Mega-Open-Airs wegen des Hochwassers sogar kurz vor der Absage gestanden war, zählte die SPÖ Wien als Veranstalter mehr als zwei Millionen Besucher. Für Top-Stimmung sorgten unter anderem Publikumsmagnet Christina Stürmer und Austro-Pop-Legende Wolfgang Ambros. krone.tv traf die beiden zum Interview (siehe Videos unten).

Selbst am regnerischen Sonntag war der Andrang auf die Insel beachtlich. Trotz gelegentlicher Wolkenbrüche sind nach rund 300.000 am Freitag und über einer Million am Samstag zum Abschluss noch einmal rund 700.000 Besucher auf das Festgelände geströmt. Wobei die Party-Gäste zumindest am Abend - also während der Hauptacts - Glück hatten: Es blieb zur späteren Stunde weitgehend trocken.

Wolfgang Ambros mit Orchester auf der "Krone"-Bühne
Das Sonntagsprogramm wurde von zahlreichen prominenten Acts bestritten: Auf der "Krone"-Bühne, der größten der insgesamt 13 Bühnen, sorgte vor allem Austro-Pop-Legende Wolfgang Ambros für Unterhaltung. Und er zeigte: Wenn ein Orchester auf der Bühne erscheint, muss das nicht immer mit Klassik enden - es könnte auch "Schifoan" folgen. Der Austropop-Miterfinder Ambros gab, begleitet vom Orchester der Vereinigten Bühnen Wien und Christian Kolonovits am Klavier, seine größten Hits zum Besten. Erstmals wurden die symphonischen Interpretationen vor Publikum präsentiert. Und das wirkte zunächst ein wenig ratlos. "Ist doch geil, oder?", versuchte es der Star des Abends, gekleidet in einen weißen Anzug, mit aufmunternden Worten.

Dabei funktionierten vor allem die langsamen Nummern. Klassische Balladen wie "Langsam wochs ma z'amm" oder "Du bist wia de Wintasun" passten durchaus zu der opulenten Orchestrierung. Eher spannend und möglicherweise als Parodie gedacht: das Experiment "Blume aus dem Gemeindebau" meets Swing-Rhythmus. Ambros: "Wer es zuerst erkennt, der zeigt auf." Erst bei "Gezeichnet fürs Leben" entschieden sich die Fans zum Mitsingen. Und ja, natürlich: Auch "Es lebe der Zentralfriedhof" und "Schifoan" fehlten nicht. Außerdem begeisterte "Mr. Swing" Roger Cicero auf der "Krone"-Bühne.

Die weiteren Highlights am Sonntag
Zu den weiteren Highlights am Finaltag gehörten unter anderem der bayrische Kabarettist Willy Astor sowie der zweifache Song-Contest-Gewinner Johnny Logan. Die Ö3-Bühne wurde unter anderem von der EAV und der deutschen Band Silbermond bespielt. Die Band um Sängerin Stefanie Kloß (aktuelles Album "Nichts passiert") ist bereits Fest-Stammgast. Kontrastprogramm dazu bot die FM4-Bühne. Dort waren unter anderem die Sofa Surfers zu Gast - und zur späteren Stunde die Melvins, die als Grunge-Urväter gelten. Die Band um Sänger Buzz Osborne bot präzise dargebrachten Krach, ganz ohne Orchester, aber dafür mit zwei Schlagzeugern.

Christina Stürmer rockte am Samstag
Auf der "Krone"-Bühne war bereits am Samstag der Schwerpunkt vornehmlich auf heimischem Liedgut gelegen. Nach Papermoon gab Rockbarde Reinhold Bilgeri mit verrauchter Stimme vor überschaubarer Masse ein Potpourri seiner größten Erfolge zum besten, gefolgt von der nicht minder rockröhrigen Chi Coltrane, die als US-Amerikanerin aus dem Österreich-Fokus herausstach.

Für richtig Stimmung sorgte aber Christina Stürmer: Obgleich ihr Auftritt zeitgleich im ORF übertragen wurde, hatten sich zum Hauptact auf der Festbühne unzählige treue Fans versammelt. Damit erreichte der Jungstar bei seinem ersten Auftritt auf der Festbühne spielend Zuschauerzahlen wie ihre Vorjahres-Vorgänger UB40 und Opus. "Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie geil das heute Abend ist", so Stürmers Kommentar.

Für großen Andrang sorgte auch "Naked Lunch" auf der FM4-Bühne. Hier hatte sich die alternative Szene zum Auftritt der Klagenfurter versammelt, die von den Veranstaltern für ihr Stehvermögen und die Fähigkeit, persönliche Rückschläge in großartige Musik zu verwandeln, gerühmt wurden. Auch ihre Nachfolgeband "The Notwist", deren Produzent Olaf Opal auch schon bei Naked Lunch als Arrangeur und heimliches viertes Bandmitglied fungierte, spielte vor voller Wiese.

Fleißpunkte für Ex-"Starmaniac" Oliver Wimmer
Den Preis für den größten Fleiß holte sich Ex-"Starmania"-Jüngling Oliver Wimmer, der gleich zwei aufeinanderfolgende Auftritte auf der Ö3-Bühne und auf der Arbeitswelt-Insel absolvierte. Für begeisterte Anhängerschaft vor der Ö3-Bühne sorgten am Samstag aber vor allem die Briten "Snow Patrol" (Bild), die mit ihrem aktuellen Album "A Hundred Million Suns" gutes Wetter beschworen. Auf der Festwiese davor war praktisch kein Stehplatz mehr zu bekommen. Ihnen folgten am Abend als Abschluss noch die deutschen Techno-Veteranen Scooter folgen.

Auf eine kleinere, aber treue Anhängerschaft konnten auch die US-Rocker von "Tito & Tarantula" zählen. Die 1992 gegründete Band erlangte vier Jahre später Berühmtheit durch ihren Auftritt als Musiker und Schauspieler in Robert Rodriguez' "From Dusk Till Dawn", aus dem auch ihr größter Hit "After Dark" stammt, der von den Fans begeistert goutiert wurde.

Fest ging planmäßig über die Bühne
Die 26., leicht abgespeckte Ausgabe des Donauinselfestes ging plangemäß über die Bühne. Was nicht unbedingt zu erwarten war: Noch kurz vor Beginn des Mega-Events war aufgrund des Hochwassers sogar eine Absage nicht ausgeschlossen worden. Auch der Verzicht auf das Freitagsprogramm war im Raum gestanden. Letztendlich konnte das Gelände doch festtauglich gemacht werden, wobei sogar Schneepflüge, die die Wege vom Schlamm befreiten, zum Einsatz kamen.

Der Arbeitersamariterbund musste an den drei Tagen insgesamt rund 500 Mal Hilfe leisten, was unter dem üblichen Schnitt liegt. Auch die Polizei verzeichnete weniger Einsätze. Abgesehen von einer Messerstecherei gab es kaum nennenswerte Zwischenfälle. Die Einsatzkräfte zeigten sich mit dem Verlauf des Donauinselfestes zufrieden.

Jugendliche Gäste betranken sich vor den Einlasskontrollen
Bereits ins dritte Jahr ging heuer die neue Haus- und Platzordnung. Hierbei werden unter anderem Jugendliche beim Betreten des Festgeländes auf mitgebrachte Alkoholika untersucht, was von den Sicherheitskräften konsequent durchgesetzt wird. Allerdings sorgt die Maßnahme mittlerweile für einen ungewollten Nebeneffekt: Die Ertappten machen das Vorfeld der Eingänge zur Partyzone und leeren dort ihre Flaschen im gesteigerten Tempo, bevor sie aufs eigentliche Fest gehen.

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