Mi, 22. November 2017

Jetts letzte Minuten

12.06.2009 10:50

John Travolta: „Ja, mein Sohn war autistisch“

Für die „Church of Scientology“ existiert Autismus nicht. Darum verbarg John Travolta die Behinderung seines Sohnes vor der Öffentlichkeit. Doch bei Jetts Tod lüftete er das Geheimnis. Im Protokoll der Royal Bahamas Police vom 23. Februar sagt der Promi-Scientologe: „Mein Sohn litt unter Krampfanfällen und war autistisch.“

Das Dokument beschreibt in Travoltas eigenen Worten den dramatischen Kampf um das Leben seines Sohnes:

„Am Montag, dem 29. Dezember, reiste ich auf die Insel Grand Bahama. Ich wurde von meiner Frau Kelly Preston, meinem Sohn Jett Travolta, meiner Tochter Ella Travolta, Eli Wheaton, Jeff Kathrein und anderen begleitet. Wir logierten in einem Haus an der Old Bahama Bay.

Am Morgen des 2. Jänner 2009 um etwa 10.15 Uhr alarmierte einer von Jetts Betreuern, Eli Wheeton, meine Frau und mich, dass mein Sohn Jett einen Krampfanfall hatte und nicht ansprechbar war.

Wir rannten sofort nach unten, um meinem Sohn zu helfen. Als wir eintrafen, stellten schon der andere Betreuer meines Sohnes, Jeff Kathrein, und eine Frau, die wir kannten, Wiederbelebungsversuche an. Die Frau machte Mund-zu-Mund-Beatmung und Jeff Kathrein Herzdruck-Massage.

Ich übernahm sofort die Mund-zu-Mund-Beatmung. Ich beorderte Eli, meinen Freund Jared zu finden und herzubringen, denn er hat eine medizinische Ausbildung. Jared assistierte uns, während wir auf die Ambulanz warteten. Kurz darauf kamen zwei Notärzte, die für das Old Bahama Bay Resort arbeiten. Ein Defibrillator wurde angefordert, damit wir Jett wiederbeleben konnten. Jared glaubte, einen schwachen Herzschlag zu entdecken.

Der automatische Defibrillator wurde Jetts Brust angepasst und sagte mit einer Computer-Stimme: “Elektrischer Schock wird nicht empfohlen. Mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung weitermachen.” Wir folgten der Anweisung, weil sie ein Hinweis darauf war, dass Jett noch lebte.

In den nächsten 20 Minuten setzten wir den Defibrillator noch zweimal an und bekamen dieselben Anweisungen. Bevor die Ambulanz eintraf, machten mich verschiedene Leute vor Ort darauf aufmerksam, dass eine Fahrt mit der Ambulanz zum Rand Memorial Hospital in Freeport 40 bis 50 Minuten dauern würde und ein Flug nach West Palm Beach 15 bis 20 Minuten. Man bot mir an, den Old Bahama Bay Jet („Ginn”) zu benutzen, um meinen Sohn nach West Palm Beach zu bringen, weil meine Flugzeuge nicht verfügbar waren.

Um 10.50 Uhr kam die Ambulanz an. Während Jett auf der Bahre dorthin getragen wurde, bat ich den Fahrer, Tarino Lightbourne, zum Flugplatz zu fahren. Tarino Lightbourne machte mich darauf aufmerksam, dass er das nur tun konnte, wenn ich ein Formular unterzeichnete, das ihn der Verantwortung enthob. Ich las das Formular nicht, aber ich unterzeichnete es, um auf schnellstem Wege medizinische Behandlung für Jett zu bekommen.

Momente später wurde mir klar gemacht, dass die Sanitäter, die die Herz-Lungen-Wiederbelebung übernommen hatten, uns nicht nach West Palm Beach begleiten konnten, dass die Ginn eine Turboprop-Maschine war, die beträchtlicher langsamer fliegt als ein Jet, und dass man die Sitze nicht herausnehmen konnte und Jett nicht auf der Bahre hineinpasste.

Aus diesem Grund beschloss ich, nicht die Ginn zu nehmen und wies Tarino Lightbourne an, direkt zum Rand Memorial Hospital zu fahren. Von dem Zeitpunkt, zu dem wir Jett gefunden hatten, bis zum Eintreffen im Rand Memorial Hospital und danach wurden Wiederbelebungsversuche unternommen.”

Vergeblich.“

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