Sa, 25. November 2017

Ursulinenhof-Feuer

04.06.2009 15:00

Ein Viertel des Gebäudes nach Großbrand zerstört

Die Ursache des Großbrandes im Linzer Ursulinenhof steht fest: Flexarbeiten im Keller des Gebäudes haben das Feuer ausgelöst. Ein Viertel des Gebäudes wurde durch den Großbrand zerstört. Das wurde in einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gegeben. Ein Lokalaugenschein am Vormittag ergab den genauen Ablauf der Ereignisse, wie der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl mitteilte.

Im Erdgeschoß des Komplexes finden derzeit Umbauarbeiten für ein neues Lokal statt. Im Zuge dieser Tätigkeiten sei am Mittwoch im Keller mit einer Flex an einem Lüftungsschacht gearbeitet worden, schilderte Lißl. Der Funkenflug habe offenbar ausgereicht, den Großbrand auszulösen. Die Flammen seien über das Rohr aufgestiegen und hätten sich im oberen Bereich ausgebreitet. Die Bauarbeiter seien am Donnerstagvormittag befragt worden und hätten auch an einem Lokalaugenschein mit der Brandverhütungsstelle teilgenommen, berichtete der Sicherheitsdirektor. Dabei habe sich der Ablauf geklärt.

Ein Viertel des Gebäudes beschädigt
Durch den Großbrand im Ursulinenhof ist fast ein Viertel des Gebäudes beschädigt worden. Das gaben Landeshauptmann Josef Pühringer und der Linzer Branddirektor Gerhard Greßlehner bekannt. Der angerichtete Schaden wurde mit "einigen Millionen Euro" beziffert, eine genaue Höhe stand vorerst nicht fest.

Ursulinenhof für fünf Millionen Euro renoviert
In den letzten Jahren sei der Ursulinenhof mit Gesamtinvestitionen von rund fünf Millionen Euro kontinuierlich restauriert worden, berichtete Pühringer. "Und jetzt stehen wir vor den Trümmern." Die Einsatzkräfte hätten verhindert, dass aus einer "großen Katastrophe" eine "sehr große" wurde. Greßlehner sprach von "Professionalität mit einem Quäntchen Glück". Er erklärte, dass nicht nur Löscharbeiten, sondern auch Sicherungsmaßnahmen durchgeführt würden. Am Nachmittag sollte mit einem Sachverständigen des Bauamtes geklärt werden, welche Teile des Gebäudes wieder freigegeben werden können. Nach möglichen Rauchgasvergiftungen gefragt, sagte der Branddirektor, dass man Personenschäden - auch bei Schaulustigen - verhindert habe.

"Brand aus" am Donnerstagnachmittag
Nachdem das Feuer auch am Donnerstag immer wieder aufgeflammt ist, wurde am Donnerstagnachmittag um 14.05 Uhr schließlich "Brand aus" gemeldet. Beim arg in Mitleidenschaft gezogenen Südtrakt des Veranstaltungszentrums besteht akute Einsturzgefahr. Die in dem Gebäude angesetzten Veranstaltungen wurden abgesagt oder verlegt.

Wiederaufbau bis Herbst 2010
Bis Mitte Juni soll die Räumung der vom Brand betroffenen Stellen abgeschlossen sein, dann wird voraussichtlich mit der Sanierung begonnen. Der Schaden sei jedenfalls durch eine Versicherung gedeckt, so Pühringer. Bis zur Wiederaufnahme des Vollbetriebs im Herbst kommenden Jahres waren rund 800 Veranstaltungen geplant. Der Großteil davon muss nun in andere Räumlichkeiten ausweichen.

Saal, Klimaanlage und Regieraum zerstört
Die Medienzentrale, die das Land Oberösterreich für die am Sonntag stattfindende EU-Wahl im eingestürzten Festsaal eingerichtet hätte, wird voraussichtlich ins Landhaus verlegt. Ein Regieraum und die Schaltzentrale der Klimaanlage wurden ebenfalls zerstört. Das darunterliegende Stockwerk, in dem sich unter anderem der Oberösterreichische Presseclub befindet, wurde durch Löschwasser schwer beschädigt.

Alarm am Mittwoch gegen 16.30 Uhr
Die Feuerwehr war am Mittwoch kurz vor 16.30 Uhr alarmiert worden. Es bildete sich rasch eine weithin sichtbare Rauchwolke, der beißende Geruch war kilometerweit wahrzunehmen. Rund 70 Feuerwehrleute waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Kurzfristig griff der Brand auch auf die benachbarte Karmelitenkirche über, diese wurde aber nicht beschädigt.

Kunstsammlung des Landes gerade noch gerettet
Kurzfristig griff der Brand auch auf die benachbarte Karmeliterkirche über, diese wurde aber nicht beschädigt. Die seit kurzem im Ursulinenhof untergebrachte Kunstsammlung des Landes konnte gerade noch gerettet werden, die Artothek hätte kommende Woche aufsperren sollen. Die Eröffnung des Lokals, bei dessen Umbau das Feuer ausgebrochen war, wäre in zwei Wochen geplant gewesen. Die angrenzende Harrachstraße, in der sich zahlreiche Schaulustige befanden, musste wegen der starken Rauchentwicklung geräumt werden. Auch die umliegenden Straßen wurden für den Verkehr gesperrt.

Landeshauptmann Pühringer schockiert
Das Linz09-Projekt "Höhenrausch", dessen luftiger Pfad aus Holz u.a. über den Ursulinenhof führt, nahm durch den Brand keinen Schaden. Landeshauptmann Pühringer zeigte sich schockiert. Der Ursulinenhof sei bis Jahresende für Veranstaltungen ausgebucht gewesen, so Pühringer.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden