Fr, 22. September 2017

Projekt umstritten!

02.06.2009 15:26

Privatuni öffnet demnächst in Krems ihre Pforten

Der für die Anerkennung von Privatuniversitäten in Österreich zuständige Akkreditierungsrat hat in der Vorwoche die "Danube Private University" (DPU) akkreditiert. Ab Herbst will die DPU am Standort Krems ein Diplomstudium für Zahnmedizin anbieten. Ab Anfang kommenden Jahres sollen zwei Uni-Lehrgänge sowie ein Bachelorstudium "Medizinjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit" folgen.

Bereits seit 2007 versuchte die PUSH die Anerkennung der DPU als Privat-Uni zu erreichen, der Antrag wurde aber mehrmals abgelehnt. Nun hat der Akkreditierungsrat zugestimmt, die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig und bedarf noch der Genehmigung des Wissenschaftsministers.

"Ergänzung" zur Donau-Uni
Die neue "Danube Private University" sieht PUSH-Geschäftsführer Jürgen Pischel nicht als Konkurrenz zur Donau-Uni, sondern "im Gegenteil als Ergänzung". Dies vor allem mit dem Diplomstudium Zahnmedizin, ein Grundstudium, das die Donau-Uni per Gesetz nicht anbieten darf. Für das zwölfsemestrige Diplomstudium haben sich laut Pischel bereits 200 Bewerber gemeldet, 40 wurden aufgenommen. Sie müssen pro Jahr 24.000 Euro bezahlen. Im Sommersemester soll ein weiterer derartiger Lehrgang, allerdings englischsprachig, mit ebenfalls 40 Teilnehmern starten.

8.000 Euro Studiengebühren pro Jahr
Anfang 2010 sollen weiters in Kooperation mit der Donau-Uni zwei Universitätslehrgänge ("Funktion und Prothetik" und "Ästhetisch-rekonstruktive Zahnmedizin") starten. Zudem ist geplant, Anfang kommenden Jahres ein sechssemestriges Bachelor-Studium "Medizinjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit" anzubieten (Studiengebühren pro Jahr: 8.000 Euro), an das ein gleichnamiges Masterstudium anschließen soll.

Derzeit ist laut Pischel die DPU noch im Gebäude der Donau-Uni eingemietet, ein Neubau in unmittelbarer Nähe des DUK-Campus sei geplant. Mit der im Vorjahr diskutierten Ausgliederung der Medizin-Bereiche aus der Donau-Uni in eine eigene Gesellschaft und späteren Gründung einer Privat-Uni hat nach Angaben Pischels die "Danube Private University" nichts zu tun, diese Pläne seien vom Tisch.

Harsche Kritik von der ÖH
Kritik an der Akkreditierung der DPU und der Einführung eines privaten Zahnmedizin-Studiums kam am Dienstag von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). "Der akkreditierte Studienplan entspricht laut unseren Informationen nach wie vor in wesentlichen Punkten nicht den verpflichtend einzuhaltenden gemeinschaftsrechtlichen und innerstaatlichen zahnärzterechtlichen Anforderungen."

Dem widersprachen sowohl Pischel als auch die Geschäftsstelle des Akkreditierungsrats. In dem Anerkennungsverfahren sei "sehr sorgfältig und aufwendig" die Konformität mit den innerstaatlichen ausbildungsrechtlichen Anforderungen sowie mit der EU-Anerkennungsrichtlinie geprüft worden, hieß es seitens des Rates.

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