Mo, 22. Jänner 2018

Bundesliga-Finale

31.05.2009 18:52

Altach siegt 4:1 gegen Salzburg - und steigt ab

Vor der großen Meisterparty hat Red Bull Salzburg am Sonntag in der letzten Runde der tipp3-Bundesliga eine peinliche 1:4-Heimniederlage gegen Schlusslicht SCR Altach kassiert. Trotz dieser tollen Vorstellung müssen die Vorarlberger nach drei Jahren in der obersten Spielklasse in die Erste Liga absteigen. Den Kampf um die europäischen Plätze entschied Sturm Graz im Duell mit der SV Ried für sich - trotz einer Niederlage. Austria Wien schoss gegen Kärnten drei Tore in 2:39 Minuten.

Die Partie zwischen Salzburg und Altach verlief zunächst wie erwartet. Die "Bullen" dominierte den Absteiger von Beginn weg und gingen gleich durch die erste Großchance in Führung. Janko erkämpfte sich gegen Verteidiger Gramann den Ball, der vom unbewachten Zickler wuchtig ins lange Eck zum 1:0 befördert wurde (14.). Wenig später krachte ein Janko-Freistoß aus rund 20 Metern knapp an der Stange vorbei (16.). Und in Minute 27 scheiterte der Torschützenkönig aus kurzer Distanz an Schicklgruber.

Bilder der Meisterfeier findest du in der Infobox!

Kurz darauf bewahrheitete sich wieder einmal die alte Fußball-Weisheit, dass man Tore, die man nicht schießt, bekommt, führte doch die erste Altach-Chance zum 1:1: Nach perfektem Zuspiel von Jun erwischte Kapitän Guem mit seinem Schuss zwischen die Beine Salzburg-Schlussmann Gustafsson kalt (40.). Salzburg-Torjäger Marc Janko ging im letzten Saisonspiel leer aus und verpasste damit den "ewigen" Rekord von Rapid-Goleador Hans Krankl, der in der Saison 1977/78 insgesamt 41 Treffer verbucht hatte, um zwei Tore.

Debakel nahm in der 49. Minute seinen Lauf
Aber es kam noch schlimmer für die Gastgeber, denn in Minute 49 führte ein schneller Konter zum 1:2: Nach Querpass des links durchbrechenden Konrad rutschte Mittelstürmer Radonjic zwar daneben, aber der ebenfalls mitgesprintete Jun hatte leichtes Spiel und vollendete zur überraschenden Führung des krassen Außenseiters, der bisher noch nie gegen die Salzburger gewonnen und alle drei vorangegangenen Saisonpartien gegen das Adriaanse-Team verloren hatte.

Danach ging beim Meister aus der Mozartstadt, bei dem die meisten Akteure mit dem Kopf anscheinend schon bei der anschließenden Feier waren, nach vorne fast gar nichts mehr: Lediglich einen gefährlichen Boussaidi-Querpass auf Janko musste Schicklgruber abfangen (55.). Auch das Flankenspiel funktionierte überhaupt nicht, wie der Umstand beweist, dass Jankos erster Kopfball in Minute 56 aus einem Bodnar-Einwurf resultierte.

Altach eiskalt
Auf der Gegenseite machten es die Altacher viel besser. Nach einem Corner kam es zu einem unübersichtlichen Gestocher in der Strafraum-Mitte, an dem die Altacher Kling und Konrad sowie Salzburg-Offensivgeist Zickler beteiligt waren, der Treffer wurde schließlich Kling gutgeschrieben. Für den Schlusspunkt sorgte Koch, der sich im Alleingang gegen drei Salzburg-Spieler durchsetzte und anschließend auch Gustafsson keine Chance ließ (82.).

Nach diesem herrlichen Treffer gab es für die Altacher sogar Applaus von den Salzburg-Fans, die dafür die eigene Mannschaft, vor allem wegen der katastrophalen Leistung in Hälfte zwei, mit Pfiffen bedachten. Die rund 300 mitgereisten Anhänger aus dem "Ländle" feierten bereits seit dem Ausgleich ausgelassen auf den Rängen, an ihrer guten Stimmung änderte auch der Abstieg nichts. Im Finish verhinderte Gustafsson weitere Gegentreffer von Mattle und Radonjic (90./91.). Auf der Gegenseite prüfte Janko den neuen Schlussmann Michl, der in der 88. Minute Schicklgruber, der mit viel Applaus in die Fußball-Pension geschickt wurde, abgelöst hatte (92.).

Mattersburg entgeht dank Sieg gegen den LASK dem Abstieg
Der SV Mattersburg hat mit einem Heimsieg aus eigener Kraft den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga geschafft. Die Burgenländer besiegten den LASK in der 36. Runde am Sonntagnachmittag daheim 3:1 (2:0) und waren damit vom Ausgang des Spiels des Absteigers SCR Altach in Salzburg unabhängig. LASK-Kurzzeittrainer Hans Krankl verabschiedete sich mit einer Niederlage aus Linz. Von neun Partien gewann der Ex-Teamchef drei und remisierte einmal.

Die Mattersburger kontrollierten das Spiel über weite Strecken. Der LASK, der im für ihn bedeutungslosen letzten Saisonspiel auf die gesperrten Routiniers Ivica Vastic und Christian Mayrleb verzichten musste und Abwehr-Methusalem Michael Baur gar nicht auf die Auswärtsreise mitgenommen hatte, machte den Gastgebern das Leben in der ersten Hälfte zudem mit groben Abwehrschnitzern leicht. Michael Mörz war nach Uneinigkeiten zwischen Davorin Kablar und Pablo Chinchilla in der 18. Minute der Nutznießer und schob den Ball nach Ilco Naumoskis Zuspiel zur Führung ins Tor.

LASK mit drei Abseitstoren
In der 26. Minute war die Partie praktisch entschieden, als LASK-Tormann Silvije Cavlina Mörz einen Ausschuss vor die Füße servierte. Der Mattersburger Kapitän schupfte den Ball aus mehr als 30 Metern ins leere Tor. Die Linzer kamen nach einer Stunde ziemlich überraschend noch einmal heran. Mario Mijatovic (58.) war mit einem scharfen Freistoß von rechts erfolgreich. Mattersburg hatte mehr Spielanteile und war auch gefährlicher, obwohl der LASK insgesamt drei Abseitstore erzielte.

Zuvor hatte Ostoja Stjepanovic (53.) mit einem Seitfallrückzieher nach Flanke von Thomas Wagner für einen der wenigen Höhepunkte im Spiel gesorgt. Das Match plätscherte bis zum Schlusspfiff dahin, die Angriffsbemühungen der Linzer endeten meist an der Strafraumgrenze. In der 87. Minute stocherte Thomas Wagner den Ball nach einem Corner von Cem Atan über die Linie und sorgte für den 3:1-Endstand.

Sturm verliert gegen Ried und spielt trotzdem in Europa
Der SK Sturm Graz hat sich unterdessen zum Abschluss der Fußball-Bundesliga einen Europa-League-Startplatz für die kommende Saison beschert. Im entscheidenden direkten Duell mit der SV Ried kassierten die Grazer am Sonntag allerdings auswärts eine 2:3-(1:0)-Niederlage, gaben dabei eine 2:0-Führung noch aus der Hand. Im Hinblick auf die Europa-League entschied schließlich nur die um drei Treffer bessere Tordifferenz zugunsten der Steirer.

Trotz der 2:0-Führung durch Mario Haas (15., 68.) verließ die Foda-Elf den Platz noch als Verlierer. Salihi (70.) und Nacho (77.) sorgten erst für den späten Ausgleich, Drechsel machte per Elfmeter in der 94. Minute schließlich sogar noch den 3:2-Sieg der Gastgeber perfekt. Dank der Trendwende retteten die Innviertler auch ihre eindrucksvolle Heimserie: In der laufenden Spielzeit musste man als einziges Bundesligateam vor eigenem Publikum keine Niederlage hinnehmen, zuletzt hatte am 26. April 2008 Rapid im Innviertel gewonnen.

Haas besorgt Grazer Führung
Sturm agierte in der ersten Hälfte souveräner, ließ die durchaus bemühten Hausherren lange Zeit kaum zu Chancen kommen. Mit seiner Führung zur 1:0 versetzte Haas den kleinen Rieder Hoffnungen bereits in der 15. Minute einen gehörigen Dämpfer. Viel Kampf im Mittelfeld bestimmte das Geschehen, mehr Einschussmöglichkeiten fand in 45 Minuten aber schließlich doch die Gludovatz-Elf vor. Erst vergab Drechsel alleinstehend nach Nacho-Vorlage (32.), zehn Minuten später rettete Sturm-Goalie Gratzei bei einem Kopfball des Routiniers bravourös, und kurz vor dem Pausenpfiff machte er eine Doppelchance von Hackmair und Kujabi zunichte.

Gratzei stand auch nach dem Seitenwechsel mehrmals im Zentrum des Geschehens, das von den gefährlicheren Riedern dominiert wurde. Sturm beschränkte sich abgeklärt und clever auf das Verwalten des Vorsprungs, zog sich weit zurück und lauerte auf Konter. Einen solchen schloss Haas in der 68. Minute nach Vorlage von Jantscher zum 2:0 ab, schon zuvor hatte Rieds Abwehrchef Glasner nach einem Gegenstoß auf der Linie retten müssen. Doch Salihis Anschlusstreffer in der 70. Minute mobilisierte nochmals die Kräfte der "Wikinger", die dank Nacho sogar das verdiente 2:2 erzielten.

Chancentod Drechsel erzielt Rieds Siegtreffer
Drechsel, der zuvor mehrere Chancen ausgelassen hatte, sorgte in der 94. Minute schließlich sogar noch für den Rieder Sieg. Nach einem Handspiel von Feldhofer im Strafraum, vergab der 35-Jährige zwar im ersten Versuch, traf beim zweiten Anlauf (Sturm-Spieler waren zu früh gestartet) aber zwischen die Beine von Gratzei auf kuriose Art und Weise zum 3:2.

Rapid verabschiedet sich mit 4:0 in Kapfenberg
Der entthronte Meister SK Rapid hat die Saison mit einem 4:0-(1:0)-Auswärtssieg gegen den Kapfenberger SV abgeschlossen. Matchwiteuerte Pehlivan (67.) bei. Aufgrund der peinlichen 1:4-Heimniederlage von Salzburg gegen Absteiger Altach beendete Rapid das Spieljahr vier Punkte hinter dem neuen Champion, ist beste Auswärtsmannschaft und fuhr außerdem einen Zähler mehr als im Meisterjahr ein.

Hoffer stellte bereits in der 2. Minute die Weichen auf Sieg, als er Goalie Susko nach Pass von Maierhofer bezwang, es war dies der schnellste Rapid-Treffer im gesamten Saisonverlauf. Danach entwickelte sich vor 7.300 Zuschauern - darunter rund 2.000 Rapid-Fans - eine relativ ereignislose Partie, die erst wieder in der zweiten Hälfte Fahrt aufnahm.

Ersatzgoalie als Elferkiller
Neun Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Hoffer nach Pass von Eder mit einem trockenen Schuss unter die Latte auf 2:0 - zu diesem Zeitpunkt stand bereits der für den angeschlagenen Susko eingewechselte Eisl im Kapfenberger Tor. In der 60. Minute durfte sich der eingetauschte Goalie als Elfer-Killer feiern lassen, auch weil Maierhofer den Strafstoß viel zu lässig ausgeführt hatte. Für das vorangegangene Elferfoul wurde Milosevic mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

Rapid ließ sich davon aber nicht beirren und sorgte wieder durch Hoffer für die endgültige Entscheidung. Der Teamstürmer startete in der 64. Minute von der Mittellinie, umkurvte Goalie Eisl und schob den Ball zu seinem 27. Saisontor in die Maschen. Drei Minuten später traf Pehlivan gegen die chancenlosen Hausherren mit einem haltbaren Aufsitzer zum Endstand.

Veilchen siegen gegen Kärnten dank dreier Tore in 2:39 Minuten
Die Wiener Austria hat dank drei starker Minuten zum Saisonabschluss einen 4:1-(0:1)-Heimerfolg gegen Austria Kärnten gefeiert. Joachim Standfest (51.) und ein Doppelpack von Mamadou Diabang (53., 54.) brachten den Cup-Titelträger in der 36. und damit abschließenden Bundesliga-Runde nach einem Pausenrückstand auf die Siegesstraße, Standfest (79.) zeichnete außerdem für den Endstand verantwortlich.

Die Austria, die sich bereits über den Cup für die Europa League qualifiziert hatte, beendete die Saison damit noch vor Sturm Graz auf dem dritten Tabellenrang. Die Kärntner Austria, die im Horr-Stadion durch Modou Jagne (9.) überraschend in Führung gegangen war, hatte schon vor der Partie als Sechster festgestanden.

Ideenlose Wiener
Die Hausherren verabschiedeten vor Spielbeginn mit Böcskör, Mössner, Bazina, Majstorovic, Schiemer, Metz, Troyansky und Kapitän Blanchard acht Profis aus dem mit über 8.400 Zuschauern gefüllten Horr-Stadion. Ein zukünftiger Violetter sorgte aber für den ersten Aufreger in Wien-Favoriten. Junuzovic marschierte Richtung Austria-Tor, ein Querpass des Teamkickers fiel im "Zusammenspiel" der Austria-Innenverteidigung Bak/Schiemer Jagne vor die Beine, der den Ball ins Gehäuse drückte.

Die Austria präsentierte sich eine Woche nach dem vielumjubelten Cup-Sieg in Folge schwach und ideenlos. Die Kärntner, die in den anschließenden zehn Runden damit nur einen Zähler geholt haben, spielten den knappen Vorsprung bis zur Pause problemlos über die Zeit. Jagne (17., 22.) fand sogar noch zwei weitere Chancen auf das 2:0 vor.

Furioser Dreierpack
Als sich bereits die zweite Saisonheimpleite der Wiener abzuzeichnen schien, antwortete die Austria mit einem Dreierpack innerhalb von 2:39 Minuten. Vor allem Kreativgeist Acimovic gefiel als Einfädler. Der slowenische Regisseur bediente zunächst Standfest ideal und schickte nur zwei Minuten später auch Diabang erfolgreich auf die Reise. Gemeinsam mit Okotie zeigte sich Austrias Cup-Held auch für die Entstehungsgeschichte des zweiten Treffers des Senegalesen verantwortlich. Auch den zweiten Treffer von Standfest leitete Acimovic mit einem schönen Wechselpass perfekt ein.

Die Fans der Wiener feierten die Saison schon vor dem Schlusspfiff und belagerten wie schon im Cup in den abschließenden Minuten die Seitenlinie.

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