Sa, 21. April 2018

Unverbesserlich

28.05.2009 15:21

Hütchenspieler zum zweiten Mal vor Gericht

Schon zum zweiten Mal hatte sich ein Hütchenspieler am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu verantworten. Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass der 36-Jährige Mann das nach dem Wiener Veranstaltungsgesetz verbotene Glücksspiel mit unlauteren Mitteln betreibt: Für die Mitspieler, die bis zu 50 Euro Einsatz leisten, ist demnach nicht ersichtlich, dass der Mann die Papierkugel, die er zwischen drei Schachteln hin- und herschiebt, heimlich aus dem Spiel nimmt, ehe er seine Opfer fragt, unter welchem Behältnis diese zu liegen gekommen sei.

Er sei kein Betrüger, sondern "ehrlich", versicherte der Angeklagte, der von Anwalt Philipp Winkler (Bild rechts) vertreten wird. Seine einschlägige Vorstrafe - sieben Monate teilbedingt - machte ihn nicht unbedingt glaubwürdig. Nach seiner Entlassung war er am 24. Dezember 2008 neuerlich auf der Mariahilferstraße erwischt worden. Da man ihn am Heiligen Abend nicht einsperren wollte, blieb er gegen Gelöbnis auf freiem Fuß.

"Geh, das glauben'S doch selber nicht!"
Bereits wenige Stunden später und bis ins heurige Frühjahr hinein soll er neuerlich Touristen übers Ohr gehauen haben. Mehrere Zeugen belasten den Mann massiv. Ein englisches Paar soll nun sogar über Videokonferenz zeugenschaftlich vernommen werden, um den Angeklagten überführen zu können.

"Es gibt auch Gewinner!", versicherte dieser. Die Hälfte der Mitspieler errate, wo die Kugel zu finden ist. "Geh!", lachte daraufhin Richter Roland Weber (Bild links), "das glauben'S doch selber nicht!" "Ich werde das nie mehr machen! Das kommt nie wieder vor! Ich werde mir eine richtige Arbeit finden", jammerte daraufhin der 36-Jährige.

Die Verhandlung wurde vertagt. Der Angeklagte bleibt bis zum nächsten Termin wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft.

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