Mi, 22. November 2017

Korrupter Cop?

28.05.2009 08:15

Jetzt werden Verkehrssünder befragt

„Dem Kollegen wird nicht viel zu beweisen sein“, glaubt ein oberösterreichischer Polizist: Die BIA-Ermittler müssen nun Tausende Verkehrssünder ausforschen und befragen, ob sie mehr Strafe bezahlt haben, als der suspendierte Gruppeninspektor im Bezirk Vöcklabruck auf den Durchschlag der Anonymverfügung geschrieben hat.

Wie berichtet, ist bisher nur von ein paar Dutzend Fällen mit ein paar Hundert Euro Beute die Rede. Doch jedes scharfe Auge des Gesetzes kann pro Streife mehr als 20 Organmandate, pro Monat also leicht 2.000 Euro Bußgelder kassieren. Während von einem Radfahrer oder für einen vergessenen Zulassungsschein nur sieben Euro zu holen sind, kostet das Schnellfahren schon 20 bis 35 Euro und das Telefonieren am Steuer einen Fünfziger. So bringt eine Zivilstreife der Verkehrsabteilung jeden Tag im Schnitt 20 bis 30 Strafmandate und rund 1.000 Euro heim. Anonym!

Keine Namen notiert
Statt des Namens wird nur die Nummer des Lenkers notiert, sodass die Zahler und Summen jetzt nicht leicht zu kontrollieren sind: „Nicht jeder Verkehrssünder kann sich noch nach Jahren daran erinnern, wie viel Strafe er bezahlt hat, und nur die wenigsten sammeln die Belege“, weiß der Linzer Oberst Josef Reiter von der Verkehrsabteilung, wie schwer es Wiener BIA-Ermittler haben, die unterschlagene Schadenssumme festzustellen. Der verdächtige Polizei-Personalvertreter und Ex-ÖVP-Gemeinderatskandidat schweigt zu der ganzen Angelegenheit.

Kronen-Zeitung
Symbolbild

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