Fr, 20. April 2018

Skelettfund belegt

27.05.2009 15:13

Lepra quälte Menschheit schon vor 4.000 Jahren

Lepra ist eine seit der Antike bekannte Geisel und wird schon in frühen Schriften aus Indien, der Bibel und Aufzeichnungen aus dem Mittelalter erwähnt. Jetzt haben Forscher in Indien ein 4.000 Jahre altes Skelett gefunden, das Spuren dieser Erkrankung trägt. Die Entdeckung gibt auch Hinweise auf die mögliche Verbreitung der von einem Bakterium hervorgerufenen Infektionskrankheit.

Das Skelett, so Forscher um die Anthropologin Gwen Robbins von der Appalachian State University in Boone im US-Bundesstaat North Carolina, wurde vor 4.000 Jahren in einer antiken Siedlung namens Balathal, die zwischen 3.700 und 1.800 vor Christus auf dem Gebiet des heutigen indischen Bundesstaates Rajastan existierte, begraben.

Wissenschaftler spekulieren seit geraumer Zeit darüber, dass Lepra in Indien oder Afrika entstanden sein könnte. Sie vermuten, dass die Krankheit mit der siegreich heimkehrenden Armee Alexanders des Großen von Asien aus den Weg nach Europa gefunden hat. Die ältesten bisher bekannten Krankheitsfälle stammten aus der Zeit um 300 bis 400 vor Christus aus Ägypten und Thailand.

Krankheit mit Antibiotika-Mix heilbar
Die von Bakterien übertragene Krankheit, die Haut und Nerven angreift, ist heute relativ problemlos mit einer Kombination aus mehreren Antibiotika behandelbar. Weil diese aber speziell in Entwicklungs- und Schwellenländern oft nicht verfügbar sind, gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch heute noch jedes Jahr 212.000 neue Krankheitsfälle.

Erreger lässt Nervenzellen absterben
Erkrankten Personen sterben die Nerven ab, und Arterien und Venen verstopfen durch eine Verdickung des Blutes. Dadurch verlieren die Betroffenen meist das Gefühl für Kälte, Wärme und auch Schmerz, verletzen sich so oft unbemerkt und infizieren sich über die Wunden an lebensgefährlichen Krankheiten wie z.B. Tetanus. Daher rührt auch die noch immer weit verbreitete und falsche Vorstellung, dass Lepra zu einem "Abfallen" von Armen, Händen, Nasen oder Ohren führt.

Symbolbild

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