Di, 16. Jänner 2018

'Nett und freundlich'

27.05.2009 12:52

Säbelkrieger führten perfektes Doppelleben

Sie waren freundlich, nie laut, grüßten und lächelten – doch die netten Inder von nebenan waren alles andere als die lieben Nachbarn. Familie T. aus Wien-Ottakring lebte Tür an Tür mit vier der Männer, die Sonntag mit Säbeln und Pistolen in den Sikh-Palast stürmten – und auf alles einhackten und schossen, was sich bewegte.

"Man kann halt nicht in einen Menschen hineinschauen", sagt Nachbarin Kristina T. (49). "Auch nicht, wenn er jahrelang nebenan wohnt." Zu viert hausten die Männer in dem heruntergekommenen Mietbunker, zeigten sich sonst als Vorzeige-Asylwerber. Auf Deutsch wurde gegrüßt, man lächelte sich zu, plauderte auch über das Wetter.

Dass das Quartett mit Säbeln, Pistolen und dem Kopf voller blutiger Rachegelüste in einem Tempel ein Blutbad anrichten würde, das hätte die Nachbarin nie für möglich gehalten. Jetzt ist allen in dem Mietshaus klar, was die "lieben Inder" verbrochen haben. Ein Toter, fünf Schwer- und Dutzende Leichtverletzte. Ein Massaker zu Beginn der Predigt, als sich die Gurus zum Gebet niederknieten.

Alles rund um das Attentat sowie Bilder vom Tatort findest du in der Infobox!

Während Rama Nand an seinen schweren Verletzungen starb, liegt Guru Niranja Dass, der einen Bauch- und einen Hüftknochensteckschuss erlitten hat, im Hanusch-Krankenhaus – das religiöse Oberhaupt von Millionen Indern, eine Art Papst des Subkontinents, ist auf dem Weg der Besserung. Und jetzt Ziel eines weltweiten Prediger-Ansturms.

Hunderte Gläubige pilgern zu Spital
Hunderte Inder versammelten sich Dienstag vor dem Spital und beteten, kamen extra aus Holland, England & Co. angereist. "Für unseren Propheten", sagt etwa Duggal Manohar. "Damit er rasch gesund wird."

Tote und Verletzte in Nordwestindien
Indes eskalierte die Situation in Indien. 25.000 Soldaten marschierten in den nordwestindischen Unionsstaat Punjab ein. Es kam zu Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten.

von Gregor Brandl, Michael Pommer, Christoph Budin und Andi Schiel, Kronen Zeitung

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