Mi, 18. Oktober 2017

"Flucht vor Routine"

05.06.2009 12:09

Erste Tour de France für Knastbrüder gestartet

Seit Donnerstag sind auf der "Flucht vor der Routine" Dutzende Knastbrüder per Rad durch Frankreich unterwegs, um die erste Tour de France für Häftlinge abzuhalten. Auf 15 Etappen werden sich insgesamt 196 Häftlinge auf knapp 2.300 Kilometern abstrampeln, um am 18. Juni in Paris einzuziehen. Allerdings werden nur sechs Knastbrüder die gesamte Strecke abfahren, der Rest der Häftlings-Rennfahrer wird aus Sicherheitsgründen von Zeit zu Zeit ausgewechselt.

Ergebnisliste inklusive Siegerehrung wird es keine geben, viel mehr werden Ideale wie Teamwork, Selbstachtung und Einsatz hochgehalten. "Damit wollen wir dazu beitragen, diese Männer wieder in die Gesellschaft zu integrieren", erklärt dazu Sylvie Marion von der Gefängnisbehörde.

196 Häftlinge, 124 Aufpasser
Ganz ausschließen will man aber offenbar nicht, dass der eine oder andere schwere Junge die "Knast-Tour" zu einer Flucht nützen könnte, der Tross wird von einem Großaufgebot von Aufpassern und Sporttrainern begleitet. Außerdem wurde darauf geachtet, dass die Etappenzielorte mit Gefängnissen ausgestattet sind.

"Flucht vor der täglichen Routine"
Und doch: "Es ist eine Art Flucht für uns, eine Chance, aus der täglichen Routine im Gefängnis auszubrechen", erklärt etwa Daniel, ein 48-jähriger Insasse einer französischen Haftanstalt. "Wer weiß, wenn wir uns gut benehmen, werden wir womöglich sogar früher entlassen, auf Bewährung etwa", spricht der Mann aus, was sich vermutlich einige seiner radelnden Konkurrenten insgeheim denken.

Ex-Radprofi ist keiner dabei
Übrigens: Ehemaliger Radprofi ist trotz der in den vergangenen Jahren harschen Vorgangsweise der französischen Justiz gegen dopende Radsportler keiner dabei. Ob es für die Knast-Radler Konsequenzen gäbe, sollte ihnen einen Dopingfall nachgewiesen werden, wurde dagegen nicht mitgeteilt…

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