Fr, 27. April 2018

Rebellen in Not

25.05.2009 21:56

Taliban im Kampf um Pakistan in der Defensive

Die radikal-islamischen Taliban geraten im Kampf gegen pakistanische Regierungstruppen im Swat-Tal immer mehr in die Defensive. Taliban-Anführer Maulana Fazlullah wies nach Angaben seines Sprechers am Montag alle Mujaheddin an, jedweden Widerstand in der strategisch bedeutenden Stadt Mingora aufzugeben. Es sollen Opfer unter der Zivilbevölkerung vermieden werden, hieß es zur Begründung. Allerdings betonten die Taliban, ihren "langen Kampf" zur Errichtung eines islamischen Systems im Land fortsetzen zu wollen.

Der Taliban-Sprecher sagte in einem Telefonat, die meisten Kämpfer hätten die Finanz- und Verwaltungsstadt Mingora bereits verlassen. Die pakistanische Armee war bereits am Samstag in die Stadt vorgerückt und hatte die Kontrolle über mehrere Stadtviertel übernommen. Armeesprecher Athar Abbas sagte am Montag, es werde noch "sieben bis zehn Tage" dauern, ehe der letzte islamistische Kämpfer aus Mingora vertrieben sei. An einigen Stellen von Mingora seien noch heftige Kämpfe im Gange.

Wintersport-Ort zurückerobert
Die Armee eroberte am Montag auch das frühere Wintersport-Resort Malam Jabba. Bei den Gefechten seien mindestens vier Aufständische getötet worden. Malam Jabba sei vor zwei Jahren von den Taliban überrannt worden und habe ihnen als Ausbildungs- und Logistikzentrum gedient.

Mehr als 1.000 Taliban getötet
Die Streitkräfte hatten die Offensive gegen die Taliban im Swat-Tal im vergangenen Monat begonnen, nachdem sich die militanten Kämpfer der Hauptstadt Islamabad bis auf 100 Kilometer genähert hatten. Seitdem wurden nach Militärangaben mehr als 1.000 Taliban getötet und mehrere Landstriche zurückerobert. Allerdings führten die Gefechte dazu, dass rund 1,9 Millionen Zivilisten fliehen mussten.

"Größte humanitäre Katastrophe" derzeit
Die Hilfsorganisation Oxfam warnte mit Blick auf das Swat-Tal vor der "derzeit größten humanitären Katastrophe weltweit". Es gebe nur wenige offizielle Flüchtlingscamps, so der Geschäftsführer von Oxfam Deutschland, Paul Bendix, am Montag in Berlin. Viele Vertriebene seien bei Gastfamilien oder in Notunterkünften untergekommen. "Die Situation ist extrem unübersichtlich und dramatisch, da die Menschen weit verstreut und nur schwer zu erreichen sind."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden