Sa, 18. November 2017

„Urteil fragwürdig“

22.05.2009 14:07

Mödlinger Pfarrer unterstützt Verurteilten

Jener 39-jährige Mödlinger, der in Wiener Neustadt wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau rechtskräftig zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden ist, nun aber eine Wiederaufnahme seines Verfahrens erreicht hat, erhält auch kirchlichen Beistand. Klaus Heine, Altpfarrer der evangelischen Gemeinde in Mödling, unterstützt den Mann. Für ihn hat der 39-jährige keinen versuchten Mord begangen. "Das Urteil scheint mir fragwürdig", betonte Heine am Freitag.

Der Altpfarrer hat das Strafverfahren gegen den Mann von Anfang an mitverfolgt und auch die Akten studiert: "Ich persönlich bin komplett ratlos, dass er wegen Mordversuchs verurteilt wurde. Und die Lektüre des Prozessprotokolls hat für mich gezeigt, dass das so nicht geht."

Engagement der Pfarrgemeinde
Als "Zeichen der Solidarität" möchte Heine nun erwirken, dass sich die Mödlinger Pfarrgemeinde für ihr Mitglied engagiert. Der 39-Jährige befindet sich seit fast zwei Jahren im Gefängnis. Nach der bewilligten Wiederaufnahme seines Verfahrens wurde er von der Justizanstalt Graz-Jakomini ins Landesgerichtliche Gefangenenhaus Wiener Neustadt verlegt, wo er nun wieder in U-Haft sitzt und abwarten muss, ob die Staatsanwaltschaft auf ihrer Anklage beharrt.

"Hoffe dringend, dass er bald rauskommt"
"Jedes Zeichen der Solidarität tut ihm gut. Man muss sich nur vorstellen, was er mitgemacht hat", gab Altpfarrer Heine zu bedenken. Er hoffe "dringend, dass er bald rauskommt und in Freiheit wieder Tritt fassen kann", meinte er über den womöglich vorschnell Abgeurteilten.

Symbolbild

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