Mo, 23. April 2018

Düstere Prognosen

22.05.2009 13:54

Weite Teile des Landes vom "Aussterben" bedroht

Graz, Graz-Umgebung und Leibnitz sind die einzigen steirischen Regionen, die in den nächsten Jahrzehnten mit Wirtschaftswachstum und wachsender Bevölkerung rechnen dürfen. Auf die restlichen Gemeinden kommen harte Zeiten zu: Abwanderungs- und Überalterungswelle rollen ungebremst weiter - und die Einnahmen sinken.

Die Prognosen (etwa der Statistik Austria) reichen bis 2031. Und die Botschaft könnte klarer nicht sein: In der Steiermark konzentriert sich alles auf den Großraum Graz und Leibnitz. Mehr Menschen und mehr Betriebe bringen dieser Region auch mehr Geld - das den restlichen steirischen Gemeinden jedoch fehlen wird.

Viele von ihnen sind ja jetzt schon massiv verschuldet - deren Situation wird sich künftig noch weiter verschärfen (siehe Daten & Fakten unten). Die Folge: Infrastrukturmaßnahmen sind kaum noch finanzierbar.

Kosten für Alte explodieren
Ein massives Problem ist die Überalterung. Die Kosten für Sozialleistungen und die Altenbetreuung explodieren und müssen von einem immer geringeren Teil der Bevölkerung bezahlt werden. Gleichzeitig wandern die Jüngeren ab - ein besonders drastisches Beispiel ist die westliche Obersteiermark. Auf die Politik kommen gewaltige Herausforderungen zu. Soll man in die aussterbenden Regionen weiter Geld investieren?

Daten & Fakten

  • Für Knittelfeld, Judenburg, Murau ist bis 2031 ein Rückgang der unter 20-Jährigen von 38 Prozent und ein Plus der über 65-Jährigen von 47 Prozent prognostiziert (ÖROK).
  • Für die westliche Obersteiermark ist bis 2031 mit minus 15,3 Prozent der österreichweit stärkste Bevölkerungsrückgang prognostiziert (SORA).
  • Die Wohnungszahl im Bezirk Leibnitz stieg seit 1991 um 22 Prozent.
  • Die durchschnittliche Finanzschuld der steirischen Gemeinden beträgt knapp 1.700 Euro pro Kopf.
  • Schon bis 2013 wird der Anteil der 85-Jährigen um 10,5 Prozent steigen. Gleichzeitig werden die Jungen immer weniger. Das ist ein europäisches Phänomen.
  • Ein massives Problem ist auch die Zersiedelung in vielen Regionen. Freistehende Häuser führen für die Gemeinden zu hohen Erschließungskosten (Kanäle usw.). Gleichzeitig wird der Siedlungsraum knapp - die Zahl der Haushalte nimmt immer mehr zu, sogar in den Regionen mit einem starken Bevölkerungsrückgang.

von Gerald Richter ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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