Di, 24. April 2018

Ex-Rotlicht-Boss frei

21.05.2009 14:19

Hugo L. nach 17 Jahren Haft wieder frei

Der Ex-Rotlichtboss Hugo L., der 1993 nach seiner Flucht aus der U-Haft in Deutschland in Kärnten geschnappt werden konnte, ist nach 17 Jahren Haft wieder frei. Gendarmen konnten den wegen Mordverdachts Gesuchten nach seiner Flucht durch Deutschland und Österreich damals bei einer Verkehrskontrolle in Wernberg verhaften.

Dem einstigen Unterweltkönig aus Saarbrücken war vorgeworfen worden, 1984 den Besitzer eines Eros-Centers ermordet zu haben. Dessen Leiche wurde aber nie gefunden. Dem Deutschen gelang es, aus der U-Haft zu flüchten und unterzutauchen. Er wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Im November 1993 geriet er bei Wernberg in ein Planquadrat der Gendarmerie und wurde verhaftet. Im April 1994 musste sich der Deutsche sogar vor dem Klagenfurter Gericht verantworten: Er hätte, so die Anklage, 1985 einen Sex-Club in Oberkärnten angezündet.

Auftraggeber, so sagte er, sei der Kärntner "Bordellkönig" Helmut Süßenbacher gewesen. Der Deutsche und Süßenbacher wurden freigesprochen, er fasste aber zehn Monate aus, weil er ja seinen Kärntner "Kollegen" verleumdet hatte. Er wurde nach Deutschland ausgeliefert und dort 1997 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nun kam der heute 65-Jährige vorzeitig frei. Sein Anwalt: "Er strebt eine Wiederaufnahme des Verfahrens an."

von Martin Radinger ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
Symbolbild

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