Do, 18. Jänner 2018

Vorletzte Runde

22.05.2009 07:59

SVM bezwingt Rapid, Meister Salzburg verliert 0:2

Die 35. und damit vorletzte Runde der tipp3-Bundesliga hat den österreichischen Fußballfans am Donnerstag fünf torreiche Spiele beschert: Die meisten Treffer fielen ausgerechnet beim Spiel des Absteigers in spe, dem SCR Altach gegen den SV Kapfenberg. Die Vorarlberger erreichten einen 5:1-Sieg, weil Mattersburg bei Rapid in Hütteldorf aber einen 3:2-Erfolg feierte (siehe Video), bleibt Altach Schlusslicht. Im Schlagerspiel Salzburg gegen Sturm Graz musste sich der Meister überraschenderweise 0:2 geschlagen gegeben. Je einen Treffer für die von Bord gehenden Lotsen Ivica Vastic und Michael Baur gab es beim 4:0-Sieg des LASK über die Austria. Der SV Kärnten bleibt mit einer 1:2-Niederlage in Ried das fünfte Spiel in Folge sieglos.

Sturm Graz - Red Bull Salzburg 2:0
Sturm Graz hat einen großen Schritt Richtung Europacup gemacht. Die Steirer bezwangen daheim Meister Salzburg mit 2:0 und schafften damit dank der gleichzeitigen Niederlage der Austria (0:4 gegen den LASK) den Sprung auf Rang drei. Die Treffer erzielten Hölzl (45.) und Kaufmann (95.).

Sollte die Austria am Sonntag das Cupfinale gegen die Admira gewinnen, dann würden Sturms Chancen auf einen Platz in der Europa-League-Qualifikation weiter steigen. Denn dann müsste Sturm "nur" mehr die Rieder (2:1-Sieger in Klagenfurt) in Schach halten. Allerdings treffen die Grazer in der letzten Runde am 31. Mai ausgerechnet auf die Oberösterreicher. Falls die Austria das Finale gewinnt, würde sogar eine knappe Niederlage reichen. Verliert die Austria hingegen das Endspiel, dann muss Sturm am 36. und letzten Spieltag den dritten Rang gegen die Austria und die Rieder behaupten. Der Vorsprung auf die Austria (letzte Runde daheim gegen Kärnten) beträgt einen Punkt und auf die Rieder drei Punkte.

Salzburg-Goalgetter Janko blieb ohne Treffer und steht damit im Rennen um den Liga-Allzeit-Rekord von Rapid-Legende Krankl (41 Tore) unter Zugzwang. In der letzten Runde daheim gegen Altach benötigt Janko nun zwei Treffer, um die Krankl-Marke einzustellen und drei um sie noch zu übertreffen. Etwas mehr als 15.300 Zuschauer - darunter die ÖFB-Teamchef-Assistenten Zsak und Peischl - sahen eine den sommerlichen Temperaturen angepasste, sehr zurückhaltende Anfangsphase, in der lediglich Janko mit einem Schuss aus der Drehung (10., knapp am langen Eck vorbei) für Gefahr sorgte.

Rapid - Mattersburg 2:3
Der SV Mattersburg hat sich mit dem ersten Auswärtssieg der Saison wohl den Klassenerhalt gesichert. Die Burgenländer feierten bei Vizemeister Rapid Wien einen 3:2-Erfolg und gehen daher mit einem Vorsprung von drei Punkten und der um sechs Treffer besseren Tordifferenz gegenüber SCR Altach in die letzte Runde am 31. Mai. Mattersburg kann mit einem Punkt im Heimspiel gegen den LASK alles klar machen, Altach, das Kapfenberg mit 5:1 besiegte, gastiert zur Meisterfeier bei Red Bull Salzburg.

Rapid hatte vor allem in der ersten Hälfte enttäuscht und war nach 45 Minuten 0:1 zurückgelegen. Trainer Peter Pacult - für den es das 100. Bundesligaspiel auf der Rapid-Bank war - brachte zur Pause Christopher Trimmel und Nikica Jelavic und setzte mit vier Stürmern alles auf eine Karte. Jelavic sorgte bereits nach fünf Minuten der zweiten Hälfte für den Ausgleich, doch danach ging Rapid unter. Cem Atan (64.) und Michael Mörz (67./Elfmeter) sorgten für den erst zweiten Sieg im Hanappi-Stadion in der Mattersburger Clubgeschichte und den ersten Auswärtssieg der Saison.

Man merkte dem Rekordmeister an, dass er fast eine gesamte Elf vorgeben musste. Neben Kapitän Steffen Hofmann fielen Stefan Kulovits, Markus Heikkinen, Tanju Kayhan, Martin Hiden, Mario Tokic, Markus Katzer, Branko Boskovic, Christopher Drazan und Rene Gartler aus. Von den Standard-Mittelfeldspielern stand nur Yasin Pehlivan auf dem Platz. Jürgen Patocka führte Rapid erstmals als Kapitän aufs Feld.

LASK - Austria 4:0
Je ein Treffer für die von Bord gehenden Lotsen Ivica Vastic und Michael Baur sowie ein 4:0-(2:0)-Sieg für den LASK - Das Drehbuch des Duells mit Austria Wien hätte in der 35. Runde der Fußball-Bundesliga kitschiger nicht sein können. Während die Wiener im Kampf um Platz drei nun ins Hintertreffen geraten sind und zwei Punkte Rückstand auf Sturm Graz aufweisen, haben die Linzer die Chance, eine verkorkste Saison noch auf Rang sieben abzuschließen.

Im vorletzten Saisonspiel gaben die Wiener auf der Linzer Gugl angesichts der Europacup-Pläne etwas zu willfährige Statisten für die Festspiele zweier Fußball-Pensionisten in spe ab. Ivica Vastic (35.), der seine letzte Bundesliga-Partie absolvierte, und Michael Baur (45.), der sich von den Fans in Linz verabschiedete, machten schon in der ersten Hälfte alles klar, "Joker" Mijatovic (70.) und Roman Wallner (88.) besiegelten die verdiente Niederlage einer enttäuschenden Wiener Mannschaft.

Offensichtlich beflügelt von den Ehrungen vor der Partie gab Vastic vor 11.100 Zuschauern eine würdige Vorstellung, in der er durchaus an alte Tage erinnerte. Violett ließ freilich Nachdruck und Akzente vermissen. In der 35. Minute dann der große Auftritt für Vastic: Der Ex-ÖFB-Teamkicker bugsierte einen Freistoß aus rund 20 Metern gefühlvoll und präzise wie zu besten Zeiten zum 1:0 ins Netz. Genau zehn Minuten später war es der von Offensivgeist beseelte Abwehrchef Baur, der nach Vorarbeit von Klein per Kopf - auch das eine Reminiszenz an seine Karriere - das 2:0 erzielte (45.).

Kärnten - Ried 1:2
Austria Kärnten hat in seinem letzten Heimspiel der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga in der Hypo-Group-Arena eine Führung aus der Hand gegeben und schließlich mit einem 1:2 (1:0) gegen Ried die fünfte Niederlage en suite bzw. auch daheim kassiert. Während die Kärntner dennoch fix Sechster bleiben, hat Ried nun weiter eine Chance auf einen Europacup-Platz. Um diese Chance geht es in der letzten Runde daheim gegen Sturm Graz.

Bei den Gastgebern begann Goalie Heinz Weber zum ersten Mal in dieser Saison und stand auch schon bald im Mittelpunkt, einen Freistoß von Drechsel parierte der Schlussmann gerade noch mit den Fingerspitzen. 18 Minuten später war Weber mit einer tollen Parade wieder auf dem Posten, als ihn Salihi nach einem Pusztai-Fehler ordentlich prüfte.

In der 40. Minute ließ Pusztai seinen Fehler vergessen. Nach einer Hereingabe von Ortlechner verfehlte der Rieder Torhüter Gebauer den Ball, Pusztai fixierte per Kopf die Führung der Kärntner. In der zweiten Hälfte lief das Spiel weiter auf eher niedrigem Niveau ab, ehe Sandro in der 75. Minute leichtfertig die Chance auf das 2:0 vergab und damit für den Gegner den Umschwung ermöglichte.

Denn nur eine Minute später erzielte der erst wenige Minuten davor eingewechselte Mader von der Strafraumgrenze über den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Weber den Ausgleich und in der ersten Minute der Nachspielzeit glückte Salihi sogar noch der Sieg, nachdem er einen abgeblockten Huspek-Schuss über die Linie drückte. Als Fünfte liegen die Innviertler vor der Schlussrunde nun zwei Zähler hinter Cup-Finalist Austria und deren drei hinter Sturm.

Kärnten ist nun schon seit neun Runden sieglos, holte in diesem Zeitraum lediglich einen Punkt. Immerhin gelang der Truppe von Trainer Frenkie Schinkels nach drei Spielen ohne Torerfolg wieder ein Treffer. Die schwarze Serie gegen Ried hält allerdings an, gegen die Oberösterreicher wurde bei drei Remis und nun fünf Niederlagen noch nie gewonnen. Das ernüchternde Torverhältnis aus Kärntner Sicht in direkten Duellen lautet 3:14.

Ried hat die um fünf Treffer schlechtere Tordifferenz als Sturm, müsste die Grazer am Pfingstsonntag (31. Mai) also mit zumindest drei Treffern Unterschied besiegen, um an ihnen noch vorbeizuziehen.

Altach - Kapfenberg 5:1
Den höchsten Saisonsieg am Donnerstag für den SCR Altach, aber im Ländle trotzdem nichts zu feiern. Denn wegen ausbleibender Schützenhilfe von Vizemeister Rapid (2:3 gegen Mattersburg) wird die Vorarlberger auch der 5:1 (3:1)-Heimsieg über den SV Kapfenberg nicht vor dem Abstieg retten.

Die Altacher brauchen bei drei Punkten Rückstand und der um sechs Treffern schlechteren Tordifferenz gegenüber Mattersburg ein kleines Fußball-Wunder, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Die Mannschaft von Georg Zellhofer muss in der abschließenden Runde am 31. Mai bei der Meisterfeier von Red Bull Salzburg auswärts (hoch) siegen und hoffen, dass der LASK in Mattersburg klar gewinnt. Wahrscheinlicher aber ist, dass Altach nach drei Jahren in der Bundesliga in die Erste Liga muss.

Dabei taten die Heimischen gegen die ersatzgeschwächten Kapfenberger am Donnerstag alles, um ihre Chance zu wahren. Die Altacher hatten ihren Spaß mit der löchrigen Kapfenberger Abwehr, vor allem die beiden Stürmer. Der Tscheche Tomas Jun mit einem Tor und zwei Torvoentscheidung zugunsten der Altacher.

Der SCR hatte einen Start nach Wunsch. Jun verwertete eine Hereingabe von Stephan Kling mit dem rechten Knie zum 1:0 (6.). Thomas Schönberger gelang zwar in der 20. Minute nach einem Eckball von Michael Liendl per Kopf der Ausgleich, ehe Radonjic zuschlug. Der Montenegriner verwertete in der 33. und in der 40. Minute jeweils einen Pass von Jun zur 3:1-Pausenführung. Nach der Pause legten Dursun Karatay (56.) und Petr Vorisek (57.) mit einem Doppelschlag nach.

Das Spiel war damit entschieden, aber wohl auch die Abstiegsfrage. Bezeichnenderweise begleitete ein Gewitterregen in der Schlussphase den voraussichtlichen Heim-Abschied der Altacher aus Bundesliga.

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